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  [ Kölner Stadt-Anzeiger ] 28.08.2006

Blitz beendet Flugtag

Sankt Augustin - Ein schrecklicher Unglücksfall beendete gestern abrupt den Großflugtag auf dem Flugplatz Hangelar. Auf dem Flugfeld schlug gegen 16.15 Uhr ein Blitz in eine Menschentraube ein, die gerade an einem Imbissstand vorbei zog. "Ein älterer Herr und eine jüngere Frau fielen einfach um", berichtete Jens Bindröpke, der an einem Süßwarenstand direkt daneben gerade Kunden bedient hatte. Eine Druckwelle spürte auch er, der Strom fiel schlagartig aus. Ein anderer Augenzeuge beobachtete den gleißenden Lichtschein. Während die beiden Opfer auf dem Boden aufgeschlagen seien, sei ein Besucher zwischen ihnen einfach stehen geblieben. Andere Menschen im nahen Umkreis dagegen erlitten ebenfalls Verletzungen. Am Ende zählten die Ärzte 21 Verletzte, davon zwei lebensgefährlich, zwei schwer, zehn mittelschwer und fünf leicht verletzt.
 
Nur rund 20 Meter entfernt hatten die Rettungsorganisationen eine Unfallhilfsstelle eingerichtet. Ein Notarzt war nur wenige Sekunden nach dem Unglück bei den leblosen Körpern, weitere Helfer kamen sofort zu dem Punkt unweit des VIP-Zeltes. Von dort hatte Bürgermeister Klaus Schumacher mit seiner Frau das Geschehen mitbekommen, hatte selbst einen leichten Schlag an den Beinen gespürt.
 
Die beiden schwer verletzten Gäste auf dem Feld konnten Mediziner wiederbeleben; der elektrische Stromschlag hatte schwere Herz-Rhythmus-Störungen verursacht. Bei Redaktionsschluss bestand nach wie vor Lebensgefahr.
 
Die anderen Verletzten wurden teils mit Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht, teils im Tower-Gebäude in einer Behandlungs-Sammelstelle versorgt. Notfallseelsorger kümmerten sich um sie wie um ihre Angehörigen, eine Personenauskunftstelle wurde eingerichtet. Der Veranstaltungsleiter, Thomas Gebing von Classic Wings, beendete die Veranstaltung sofort. Trotz einigen Murrens verlief der Abmarsch der rund 10 000 Menschen nahezu reibungslos.
 
Gegen 16 Uhr war eine Unwetterwarnung beim Veranstalter eingegangen. Sofort hatte Moderator Jürgen Meier das Publikum aufgefordert, in die Hangars und eigens geöffneten Zelte zu gehen. Nur zehn Minuten später habe, so Schumacher, die Wand unmittelbar über der Menschenmenge gestanden. Nicht alle hatten den Aufforderungen Folge geleistet. Einer der ersten Blitze traf dann die Gruppe.
 
Dabei hatte sich der Kölner Klub für Luftsport zu seinem 100. Geburtstag einen Großflugtag geschenkt, der trotz geringerer Zuschauerzahlen als erwartet zunächst gut über die Bühne gegangen war. 80 Flugzeuge aus den 40er- bis 60er-Jahren hatten die 20 000 Besucher begeistert. Höhepunkte waren sicher die Starts der P 51 "Mustang" sowie der B-25 Mitchell, eines Weltkriegs-Bombers. Vor allem Niederländer waren unter den Piloten. Die "Fokker 4" erregte mit exaktem Formationsflug Aufsehen.
 
-RALF ROHRMOSER-VON GLASOW-


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