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  [ Die Welt ] 27.06.2006

Unwetter zieht Spur der Verwüstung durch Deutschland

50jähriger in Bebra vom Blitz erschlagen - Viele Verletzte und hohe Sachschäden nach Regen, Hagel und Sturm
 
Düsseldorf - Eine Gewitterfront mit starken Regenfällen, Hagel und Sturmböen hat am Sonntag abend und in der Nacht zum Montag in weiten Teilen Deutschlands schwere Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt. In Hessen wurde ein Mann vom Blitz erschlagen. Keller liefen voll Wasser, Straßen wurden überflutet, Blitze setzten Häuser in Brand. Die Wolkenbrüche vertrieben am Sonntag abend außerdem Tausende Fußballfreunde von den Fanfesten.
 
Eine Spur der Verwüstung zog das Unwetter durch Nordrhein-Westfalen. Mindestens elf Menschen erlitten den Angaben zufolge Verletzungen. Dachziegel durchschlugen Autoscheiben, Flugzeuge mußten am Boden bleiben, Bäume blockierten Bahnstrecken. Bei einem Blitzeinschlag in einen Baum wurde in Krefeld eine dreiköpfige Familie verletzt. Am Düsseldorfer Flughafen mußten mehrere Maschinen umgeleitet werden.
 
Zu Beginn der WM-Partie Holland gegen Portugal mußte das Public-Viewing gegen 21 Uhr vor dem Kölner Dom vorübergehend eingestellt werden. Ein heftiges Sommergewitter fegte auch die Münchner Fan-Meile im Olympiapark rasch leer. In Stuttgart wurden Tausende englische Fußballfans vom Regen auseinandergetrieben. Bei Hagel und Regen mußte die Übertragung des Spiels England - Ecuador auf den beiden Public-Viewing-Plätzen in Kaiserslautern unterbrochen werden.
 
In Rheinland-Pfalz wurden bei Gewittern zwei Menschen schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Das Kind wurde von einer umstürzenden Pappel am Kopf getroffen und mußte mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Schwer verletzt wurde auch ein 26jähriger Autofahrer, der bei starkem Regen am Kreuz Frankenthal auf der Autobahn 6 die Kontrolle über seinen Wagen verlor. "Ausnahmezustand" herrschte nach Angaben der Feuerwehr auch in Mainz, wo heftige Sturmböen Bäume umknickten, Äste abrissen und Reklametafeln durch die Luft schleuderten.
 
Im osthessischen Bebra wurde ein 50jähriger gegen Mitternacht tot auf einem Feldweg gefunden. Er war vom Blitz erschlagen worden. Seine Familie hatte die Polizei informiert, als der Mann nach dem Sport nicht nach Hause kam. Ein 27jähriger Autofahrer und seine Beifahrerin wurden in Wiesbaden verletzt, als der Mann vor einem vom Wasser hochgedrückten Gullydeckel nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Die schweren Gewitter führten in Hessen zu Überschwemmungen und Stromausfällen. Die Autobahn 5 Frankfurt-Kassel stand zwischen dem Gambacher Kreuz und Bad Nauheim kurze Zeit unter Wasser.
 
In Niedersachsen richtete das Unwetter Schäden von mehreren hunderttausend Euro an. Blitze setzten Gebäude in Flammen, Sturmböen entwurzelten Bäume. Das Hurricane Festival in Scheeßel wurde vorzeitig beendet
 
-dpa-


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