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  [ Aargauer Zeitung ] 10.09.2005

Zwei Tote durch Blitzschlag in Schaffhausen

Erneut sind am Freitagabend heftige Unwetter über die Schweiz gezogen. In der Nähe von Schaffhausen wurden zwei junge Männer vom Blitz erschlagen. Sie hatten sich bei einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt aufgehalten.

Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche starben die Männer im Alter von 18 und 23 Jahren noch an der Unglücksstelle. Drei weitere Personen mussten mit Verletzungen ins Kantonsspital Schaffhausen eingeliefert werden, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Die heftigen Gewitter waren am Freitagabend von Bern über die Zentralschweiz Richtung Nordosten gezogen. Dabei dürften einzelne Gegenden mit Glück von einer neuen Katastrophe verschont geblieben sein. Im Berner Oberland, das arg unter den Überschwemmungen im August gelitten hatte, fielen nur wenige Liter Regen pro Quadratmeter.

Ausser einigen überschwemmten Kellern in Thun blieben Schäden aus. Auch rund um Burgdorf mussten die Feuerwehren Keller auspumpen, ebenso in den Kantonen der Zentralschweiz.

Eine der beiden Verbindungsstrassen nach Engelberg OW, die erst vor zwei Tagen eröffnet worden waren, musste am Freitagabend schon wieder gesperrt werden. Nach den Niederschlägen waren Steine auf die Strasse gefallen. Bis der Hang nächste Woche mit Spritzbeton befestigt wird, bleibt Engelberg über die Ölbergstrasse erreichbar.

Ausserordentlich starke Niederschläge gingen dagegen im Zürcher Oberland und in Teilen der Ostschweiz nieder. Bei der Messstation auf dem Hörnli im Kanton Zürich fielen innerhalb einer halben Stunde 45 Liter Regen pro Quadratmeter, wie ein Sprecher von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte.

Auf dem Säntis waren es am Freitag 90 Liter, 40 davon innerhalb von 10 Minuten, was laut dem Sprecher ein Rekord sein dürfte. Zu grösseren Schäden sei es wohl nur darum nicht gekommen, weil die Gegend von starken Niederschlägen der letzten Wochen weitgehend verschont geblieben war.

Auch in den Kantonen St. Gallen und Schaffhausen mussten aber mit Wasser vollgelaufene Keller und Garagen ausgepumpt werden. Der Autobahnanschluss Wil wurde vorübergehend gesperrt, weil ein Fahrzeug im Wasser blockiert war.

Die neue Schlechtwetterfront ist damit noch nicht ausgestanden: MeteoSchweiz gab eine neue Unwetterwarnung heraus. Erwartet wurden bis am Montagabend noch einmal 40 bis 80 Liter pro Quadratmeter, lokal sogar mehr. Diesmal könnte laut dem Sprecher von MeteoSchweiz auch das Berner Oberland wieder stärker betroffen sein.

- sda -


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