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webjournal ] 05.09.2005
Benjamin vom Blitz erschlagen
UNGERSHEIM (ELSASS) - Der berühmte erste Esel im Ecomusée d'Alsace von Ungersheim, Benjamin, ist neben seinem Stall aus Künheim vom Blitz erschlagen worden. Der Blitz traf zwar einen Baum, aber weil Benjamin darunter im Schermen stand, hats ihn eben auch erwischt.
Benjamin kam 1986, ins Ecomusée d'Alsace als sein Besitzer seinen Unterhalt nicht mehr bezahlen konnte, sich aber gegen die Schlachtbank für den Esel entschied.
Berühmt wurde Benjamin, weil er zunächst als «Einzelkind» auf sein Erwachsenwerden warten musste, bis ihm eine Braut zugesprochen wurde. Als er seine Pubertät hinter sich hatte, brüllte er stets sein mächtiges Iaaahhh, das, wissen wir ja alle, auch schon die Räuber von Bremen in die Flucht schlagen konnte.
Benjamin hatte sich mit den Museums-Führern abgesprochen. Kam eine Gruppe in die Nähe seiner Weide hinter den Häusern, rief der Führer, bevor er mit der Gruppe um die Ecke kam: «Bängschämäään», so antwortete der Esel prompt mit seinem fürchterlichen Gruss - schliesslich erwartete ihn dann immer ein Zückerchen und zahlreiche streichelnde Hände.
Klar, dass diese «Benjamin»-Show dem Führer - je nach dessen Unterhaltungs-Talent - die Trinkgeldfreudigkeit seiner Gruppe erhöhen konnte, wenn er den richtigen Ton bei der Metapher «Esel trifft auf Esel» anzuschlagen verstand. Immerhin hats nie Reklamationen gegeben; die Besucher des Ecomusée d'Alsace haben eben nicht nur ein intelligentes Feeling bei ihrer Freizeitgestaltung, sondern auch ein gewisses Quäntchen nötiger Lebenshumor.
Der arme Benjamin ist zwar hin, aber es hat wieder Esel im Ecomusée d'Alsace - vierbeinige zumal...
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