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Thüringer Allgemeine ] 02.09.2005
Blitz ruiniert Existenz
Vermutlich ein Blitzschlag löste in der Nacht zu gestern das verheerende Feuer aus, das das denkmalgeschützte Café "Zur Schmiede" in Asbach-Sickenberg bis auf die Grundmauern abbrennen ließ. Die Bewohner konnten sich gerade noch retten. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 200 000 Euro.
ASBACH-SICKENBERG. Vor den Scherben seiner Existenz steht Andreas Klampfl. "Das Gewitter stand schon längere Zeit über Asbach", erzählte er gestern Morgen, sichtbar um Fassung ringend. Dann habe es kurz vor 4 Uhr einen Riesenknall gegeben. Dass auch der Strom ausgefallen war, habe er daran gemerkt, dass die Anzeige vom Radiowecker "tot" war. Sofort habe er mit der Taschenlampe alle Räume abgesucht, hätte aber zuerst nichts feststellen können. Dass ihm dies keine Ruhe ließ, stellte sich im Nachhinein als Glück heraus. Ein Schwelgeruch lag in der Luft, berichtet der Café-Besitzer. Nochmal ging er in der Dunkelheit zu seiner Kneipe. "Dann habe ich das Feuer nicht gesehen, aber gehört." Sofort riss Klampfl seine beiden zweieinhalb und fünf Jahre alten Kinder aus dem Bett, die seine Frau mit dem Auto gleich aus der Gefahrenzone brachte. Ein Nachbar alarmierte inzwischen die Feuerwehr. Als erste waren die Kameraden aus Asbach da, die sofort versuchten, sich an den Brandherd heran zu kämpfen. "Als wir gegen 4.20 Uhr eintrafen, griffen wir sofort in die Löscharbeiten ein. Das Haus stand im Vollbrand", so Ingo Zbierski, Ortsbrandmeister der Wahlhäuser Wehr, die mit 17 Mann anrückte. Vor Ort waren auch die Wehren aus Gerbershausen, Bad Sooden-Allendorf mit Drehleiter, die Kameraden aus Kleinvach, Oberrieden und Ellertal. Mit schwerem Atemschutz gingen Kameraden aus Wahlhausen, Gerbershausen und Bad Sooden-Allendorf in das lichterloh brennende Fachwerkgebäude. Doch im Inneren sei kaum noch etwas auszurichten gewesen. Nur noch über das Dach war es möglich, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Nach etwa zwei Stunden war das Feuer zum größten Teil gelöscht, doch immer wieder loderten Flammen aus Glutnestern auf.
Alle Hände voll zu tun hatten die etwa 40 eingesetzten Kameraden, um das benachbarte Wohnhaus vor den Flammen zu retten. Noch um 9 Uhr mussten sie in kurzen Abständen immer wieder eingreifen.
"Es ist, wie es ist. Wir haben nicht alles verloren", sagt Andreas Klampfl. Doch die Tränen konnte er kaum zurückhalten. "Es stecken zehn Jahre Arbeit in dem Haus. Wir haben versucht, die gute alte Zeit zu bewahren, jetzt ist sie uns unter dem Hintern weggebrannt." Der Gastwirt will das Café Schmiede auf jeden Fall wieder aufbauen. "Ich denke ab der ersten Minute nach vorn", sagte er gestern gegenüber der TA.
Dankbar ist Klampfl vor allem den Nachbarn für die schnelle Hilfe. Sie nahmen nicht nur seine Kinder in ihre Obhut, sondern versorgten die Kameraden bei der Brandwache mit Kaffee und Brötchen.
- Silvana TISMER -
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