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  [ Oberpfalznetz ] 01.08.2005

Blitz äschert Stall und Scheune ein

Großeinsatz der Feuerwehren auf "Burgerhof" in Haid - Sechs Jungrinder kommen in Flammen um

Pullenreuth. Die aufziehenden Wolken verhießen nichts Gutes. Als sich am Freitag ein schweres Gewitter über dem Landkreis Tirschenreuth entlud, traf es gegen 22.30 Uhr das Anwesen von Karl und Christa Bayer in Haid. Das Stall- und Scheunengebäude des "Burgerhofes" brannte nach Blitzeinschlag bis auf die Grundmauern nieder. Zum Glück trieb der Wind die Flammen von den Wohnhäusern weg.

Ein Gast aus dem Ferienhaus bemerkte, dass der Strom ausgefallen war. Um die Gastgeber zu informieren, verließ er das Haus und entdeckte das Feuer in der Scheune. Es griff schnell auf die Stallungen und die darüber gelagerten Erntevorräte über.

Nun versuchte jeder retten, was zu retten war. Sechs Rinder kamen in den Flammen um. Die Eltern des Brandleiders, die zunächst noch halfen, das Vieh aus dem Stall zu holen, und die 13 Jahre alte Tochter erlitten einen Schock. Sie mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach Schätzungen der Kriminalpolizei Weiden richtete der Großbrand Sachschaden in Höhe von 500 000 Euro an.

Während herbeieilende Nachbarn die Tiere aus dem Stall trieben, züngelten die Flammen über ihnen bereits mehrere Meter in die Höhe. Trotz aller Bemühungen der Helfer und Einsatz von Atemschutzgeräten verbrannten sechs Jungrinder. Die geretteten 42 Tiere wurden in der Nähe des Hofes mit Stricken festgebunden. Landwirten aus der Umgebung holten sie spät in der Nacht mit Viehhängern ab und brachten sie einstweilen in ihren Ställen unter.

Schnell waren die Feuerwehren Neusorg, Pilgramsreuth/Langenteilen, Pullenreuth, Lochau, Trevesen, Waldershof und Marktretwitz zur Stelle. Die Wehren aus Neusorg und Trevesen ließen sich von den Riglasreuther Kollegen bei den Aufräumarbeiten an der "Naabtalkreuzung" ablösen, um ebenfalls bei der Brandbekämfpung in Haid zu helfen.

Nur ein einziger Hydrant

Strömender Regen verwandelte die Wiesen um das brennende Gehöft in Rutschbahnen. Für den Erstangriff stand nur ein einziger Oberflurhydrant neben dem Hof zur Verfügung. Zeitgleich wurde eine 500 Meter lange Schlauchleitung zu einem Weiher aufgebaut. Besorgt um das Hab und Gut von Gemeinderätin Christa Bayer in ihrer Familie, transportierten Landwirte mit Güllefässern unentwegt zusätzliches Löschwasser zur Brandstelle und halfen so, die gefährdeten Wohngebäude zu retten. Ohne diese solidarische Unterstützung wäre wohl Schlimmeres nicht zu verhindern gewesen. Die Scheune stand schon kurz nach dem Blitzeinschlag komplett in Flammen und war nicht mehr zu retten. Daher konzentrierten sich die Wehren auf die Abschirmung der beiden Wohnhäuser.

Die Familie Bayer hatte sich mit "Urlaub auf dem Bauernhof" ein weiteres Standbein geschaffen und vor wenigen Jahren ein Ferienhaus gebaut, in dem mehrere Gäste mit Kindern Urlaub machten. Sie wurden vorsorglich zu Nachbarn und in andere Ferienwohnungen umquartiert.

- Hans Walter -


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