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  [ Kleine Zeitung ] 26.07.2005

Blitz legte Computer im Grazer Bauamt lahm

Gewitter zerstörte elektrische Anlagen, Daten wurden jedoch gerettet. Weil Notstromversorgung ausfiel, musste Feuerwehr schwere Geräte in den 9. Stock tragen.

Es war eine der blitzreichsten Nächte seit langem. Mehr als 6000 Entladungen wurden Montagnacht in der Steiermark registriert. Mehrere Einschläge richteten auch Schäden an. Der wohl folgenschwersten Blitzschlag traf das "Bahnhofcenter" in Graz, in dem auch die städtischen Bauämter untergebracht sind. Und legte dort die kompletten Computersysteme und die Notstromversorgung lahm.

Kraftakt. Für die Berufsfeuerwehr wurde der Einsatz im Hochhaus zum Kraftakt. Der Brand, der kurz nach 20 Uhr nach einer Überspannung in der EDV-Zentrale ausgebrochen war, wütete im 9. Stock. Alle Lifte, selbst der für Brandeinsätze vorgesehene Sicherheitslift, waren außer Betrieb. "Sämtliche Geräte, auch die schweren Lüfter, mussten über das Stiegenhaus hinaufgetragen werden", berichtet Einsatzleiter Dieter Pilat. Bis Mitternacht kämpfte die Feuerwehr gegen das Feuer, das nach ersten Schätzungen einen reinen Materialschaden von rund 20.000 Euro hinterließ. An der Analyse des Gesamtschadens arbeiteten am Dienstag Techniker auf Hochtouren. Nur eingeschränkt konnten hingegen die 300 Beamten ihrer Arbeit nachgehen, so der Grazer Baudirektor Bertram Werle: "Unsere Telefonanlage funktioniert nicht, auch die Server, die unsere gesamten Daten gespeichert haben, stehen."

Zerstörerische Dämpfe. Der Brand hatte auch die Notstrom-Akkus des Ämterturms zerstört. Die Dämpfe der ausgetretenen Salzsäure haben sich über Server, Leitungen und Feinelektronik gelegt und diese unbrauchbar gemacht. Erst nach gründlicher Spezialreinigung ist zu klären, was noch zu retten ist. Werle betont: "Trotz der Probleme ist der Parteienverkehr von Anfang an weitergegangen. Alle Abteilungen sind via Umleitung auf Diensthandys über die Telefonzentrale des Rathauses zu erreichen." Die sensiblen Daten ­- vom Bauakt bis zum Straßenprojekt -­ sind durch den Blitzschlag nicht verloren gegangen: "Wir haben nur die Daten von Montag verloren, die wir aber nun einfach neu eingeben. Alles andere ist auf einem anderen Server noch einmal gesichert."

- BERND HECKE, WILFRIED ROMBOLD -


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