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Niederösterreichische Nachrichten ] 20.07.2005
Blitz war Brandauslöser
BRAND / Schaden beträgt mindestens 100.000 Euro, schwarze Rauchfahne war bis nach Waidhofen zu sehen. Alle Tanklöschfahrzeuge des Abschnittes Raabs mussten angefordert werden.
RAABS / Ein Brand brach am 14. Juli mittags während eines heftigen Gewitters auf Grund eines Blitzschlages aus und vernichtete einen unbewohnten Bauernhof in Oberndorf - Siedlung Linde bis auf die Grundmauern.
Thomas Böhm, ein 30-jähriger Kraftfahrer aus Dietmanns, hatte vom Nachbarobjekt aus den Blitzeinschlag sowie aufsteigenden Rauch beobachtet und die Feuerwehr verständigt. Beim Eintreffen der Feuerwehr Oberndorf-Raabs stand der Scheunentrakt im rückwärtigen Teil des Dreiseithofes bereits in Vollbrand, mehrere landwirtschaftliche Gerätschaften wie ein Traktor, ein Häcksler und Anhänger wurden ein Raub der Flammen. Ein Mähdrescher und zwei Häcksler konnten vom Besitzer Gerhard Zellhofer, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite wohnt, noch vor Eintreffen der Feuerwehr aus der Scheune gefahren werden. Der Scheunentrakt und Teile der Hausdächer wurden komplett vernichtet.
„Bei der Brandbekämpfung stand vor allem der Schutz der beiden Wohnteile im Vordergrund. Erschwerend bei den Löscharbeiten war der Umstand, dass als einzige Wasserstelle eine Zisterne mit 60.000 Litern Wasser zur Verfügung stand“, berichtete Einsatzleiter Peter Maier. Aus diesem Grund wurden zu den von der Landeswarnzentrale alarmierten Feuerwehren alle verfügbaren Tanklöschfahrzeuge des Abschnittes Raabs zusätzlich angefordert. Darüber hinaus war auch die Drehleiter der Feuerwehr Waidhofen im Einsatz. Die Anspeisung der Tanklöschfahrzeuge sowie das ständige Auffüllen der Löschwasserzisterne erfolgten durch den zusätzlichen Einsatz von sechs Traktoren mit Güllefässern.
Dieseltank und Lagerung von Ölfässern waren Gefahr
„Als besondere Gefahrenquellen erwiesen sich das Vorhandensein eines Dieseltanks sowie die Lagerung mehrerer Ölfässer. Um eventuelle Verletzungen sofort behandeln zu können, waren auch Bezirksfeuerwehrarzt Karlheinz Schmidt sowie zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes Waidhofen vor Ort“, so Maier. Der Gesamtschaden dürfte sich auf mindestens 100.000 Euro belaufen und durch eine Versicherung abgedeckt sein.
Insgesamt waren 15 Feuerwehren mit 134 Mitgliedern und 21 Fahrzeugen (davon 9 Tanklöschfahrzeuge und eine Drehleiter) 359 Stunden im Einsatz. Die anschließende Brandwache durch die örtliche Feuerwehr mit Unterstützung der beiden Tanklöschfahrzeuge von Speisendorf und Kollmitzdörfl dauerte bis 18 Uhr am nächsten Tag und erforderte den zusätzlichen Einsatz von 26 Mitgliedern und 145 Stunden.
Drehleiter war wieder wichtiges Element
„Diese konzentrierte Brandbekämpfung bewirkte, dass nach drei Stunden Einsatz ‚Brand aus' gemeldet werden konnte. Zusammenfassend kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass die Zusammenarbeit der Feuerwehren vorbildlich funktionierte und Abschnittsfeuerwehrkommdant Manfred Damberger sowie sein Stellvertreter Kurt Liball eine wertvolle Unterstützung bei diesem Brandgeschehen leisteten“, fasste Einsatzleiter Peter Maier zusammen.
„Auch hat sich - wie bereits beim Großbrand im Vorjahr - wieder gezeigt, dass der Einsatz einer Drehleiter ein wichtiges Instrument bei der Brandbekämpfung darstellt und die Stationierung einer solchen technischen Einrichtung in Raabs von großem Vorteil bei ähnlichen Einsätzen wäre“, so Kurt Liball.
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