[
Main Rheiner ] 01.07.2005
Blitz schlägt in die Altrheinhalle ein
Unwetter richten im Wonnegau Schäden an / Baum fällt in Osthofen in eine Stromleitung WONNEGAU Sie kam vom Südwesten mit dunklen Wolken, Blitz und natürlich Donner. Gewaltige Regenmassen einer Gewitterfront ließen in der Nacht zum Donnerstag etliche Keller volllaufen. Und in der Altrheinhalle Eich verschmorte ein Blitz den Sicherungskasten.
Unterm Strich hätte es noch deutlich schlimmer ausfallen können. Nach Mitteilung der Polizei war es gegen 22.10 Uhr, als ein Löschzug der Eicher Feuerwehr zur Altrheinhalle ausrücken musste. Dort hatte ein Blitz in den Hauptzählerschrank eingeschlagen. Es kam zu mehreren Explosionen und Verschmelzungen der Kabel. "Wir hatten aber noch Glück, dass es zu keinem Kabelbrand gekommen ist", berichtete gestern der Eicher Bürgermeister
Report
Klaus Willius (SPD), der, vom Betreiber der Kegelbahn über den Knall sowie den anhaltenden Stromausfall informiert, ebenso noch in der Nacht aufbrach, um den Schaden zu inspizieren. Klaus Willius: "Der Kasten war total verglüht."
Bereits gestern beauftragte der Ortschef einen Elektriker, der den Schaden nun beheben soll. Allerdings werde dies nur im notwendigsten Umfang geschehen, erklärt Willius: "Die Anlage muss ja wieder laufen." Eine Kompletterneuerung soll aber wie geplant erst mit der anstehenden Sanierung der Halle erfolgen. "Da wird es zwei Kästen geben", erklärt Willius. Die Sicherungen für Gaststätten- und Hallenbereich würden getrennt.
Keine schweren Blitzeinschläge, dafür aber mehr als 20 vollgelaufene Keller zählte die Feuerwehr in Osthofen. "Das war verteilt auf den östlichen Teil von Osthofen", berichtete Wehrleiter Klaus Anders, der mit 28 Feuerwehrleuten von 20.30 bis 23 Uhr im Einsatz war. Entstanden seien zum Teil nicht unwesentliche Schäden. "Einige Keller sind als Wohnräume ausgebaut." Teppiche, Parkettböden, Möbel seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Immerhin: "Glücklicherweise hatten wir diesmal keine aufgesprengten Öltanks."
Komplettiert wurde die nächtliche Bilanz der Osthofener Feuerwehr durch zwei Blitzeinschläge in Bäume. Während in einem Fall ein größerer Einsatz nicht nötig wurde (Anders: "Der Baum ist in Privatbesitz, Umsturzgefahr bestand nicht"), musste ein zweiter Baum beseitigt werden. "Er ist in eine Stromleitung gefallen", berichtete Anders von dem Fall in der Römerstraße. Ein kurzzeitiger Stromausfall war nach Angaben des EWR schnell behoben. "Die Kunden werden in solchen Fällen durch Umschaltungen schnell wieder ans Netz genommen", erklärte Kareen Kokert von der Pressestelle des EWR in Worms. Generell sei die Gewitternacht mit einigen Stromausfällen im gesamten EWR-Netz verbunden gewesen, längere Ausfallzeiten habe es allerdings nicht gegeben.
Von den Fluten verschont blieb diesmal das in der Vergangenheit mehrfach leidgeprüfte Monsheim. "In Monsheim sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen", musste der VG-Wehrleiter Michael Matthes nur von wenigen Meldungen aus der Pfrimmgemeinde berichten. Ganz ohne voll gelaufene Keller sei die Gewitterfront aber auch nicht über die Verbandsgemeinde Monsheim gezogen. "Es hat den südlichen Bereich der Verbandsgemeinde getroffen", vermeldete Matthes etwa zwölf Einsätze aus Offstein sowie eine knappe Handvoll aus Hohen-Sülzen. Hier hätte das Wasser tatsächlich auch einige Zentimeter hoch im Keller gestanden, was den Einsatz der Wehr - im Einsatz waren insgesamt 40 Kräfte der Einheiten Offstein, Hohen-Sülzen und Monsheim - nötig machte. Matthes: "Nur wenn es mehr als zwei, drei Zentimeter sind, können wir auch helfen."
Von größeren Regenmassen weitgehend verschont blieb derweil die VG Westhofen. Einzige Ausnahme bildete die Bindestrichgemeinde Dittelsheim-Heßloch, aus der mehrere überflutete Keller gemeldet wurden. Der auch bei der Feuerwehr im benachbarten Westhofen eingehende Hilferuf erwies sich hier aber als verfrüht. "Wir wurden nicht gebraucht", berichtete der Westhofener Wehrführer Daniel Parker.
- Carsten Schröder -
© Main Rheiner - Ein Service von www.blitzschutz.com
|