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Badische Zeitung ] 30.06.2005
Hagel, Blitz und Donnerschlag
Schäden durch Unwetter / Hitzewelle erreicht Griechenland HAMBURG. Heftige Gewitter mit Blitzeinschlägen haben in der Nacht zum Donnerstag in Teilen Deutschlands Millionenschäden verursacht. Im Süden und Westen hieß es vielerorts „Land unter“. Straßen und Keller wurden überschwemmt, Verkehrswege unterbrochen. Auch in den Niederlanden und in der Schweiz gab es schwere Unwetter. In Italien kostete die Hitzewelle indes weitere Menschenleben, und Griechenland bereitete sich auf tropische Temperaturen vor.
In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen fielen binnen kurzer Zeit teils immense Regenmengen. Straßen wurden mit Schlamm bedeckt.
Ein Lastwagenfahrer wurde in Heidelberg schwer verletzt, als ein herausgespülter Gullydeckel von einem Auto in sein Fahrerhaus geschleudert wurde. Am Frankfurter Flughafen konnten 45 Minuten keine Maschinen starten, und beim Finale des Confederations-Cups in der Frankfurter Commerzbank-Arena standen Spieler und Fans trotz des geschlossenen Dachs im Regen.
Wasseralarm auch in den Polizeidienststellen: Im bayerischen Hersbruck beschädigte in die Dienststelle eindringendes Wasser die EDV- und Telefonanlage. Der Gesamtschaden wurde auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Bei Niederschlägen bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in Hessen konnte die Kanalisation die Wassermassen vielerorts nicht mehr fassen.
Auch in Teilen von Rheinland-Pfalz führten die heftigen Gewitter zu überschwemmten Straßen und voll gelaufenen Kellern. Nahe der Loreley entgleiste die Lokomotive eines Güterzuges. Durch den starken Regen war Geröll auf die Trasse geschoben worden. Der Lokführer wurde leicht verletzt.
In Baden-Württemberg entzündeten Blitze ein Bürogebäude in Heidelberg und eine Papierfabrik in Mannheim. Die Winzer südlich von Freiburg verzeichneten nach einem starken Gewitter mit Hagel Ernteschäden. Zu erwarten seien möglicherweise Ernteausfälle von bis zu 15 Prozent, sagte ein Sprecher des Badischen Weinbauverbandes.
In Duisburg herrschte auf den Straßen und Autobahnen „Land unter“. In der Region östlich des Rheins und in der Hocheifel gab es Überschwemmungen. Örtlich fielen bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch für den späten Donnerstagnachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor starken Niederschlägen und Sturmböen.
Auch in den Niederlanden und der Schweiz gab es bei heftigen Gewittern erhebliche Behinderungen mit überschwemmten Straßen und gefluteten Kellern. In der Schweiz wurde eine Frau von einem Ast erschlagen. Auch in Souffelweyersheim im Elsass starb eine Frau durch einen herabstürzenden Ast.
Während in Spanien nach der Hitze wieder normale sommerliche Temperaturen herrschten, stieg die Zahl der Hitzetoten in Italien nach Medienberichten auf 20. Zugleich brachten erste Gewitterschauer am Mittwochabend im Norden erste Abkühlung. Umweltminister Altero Matteoli widersprach Berichten, wonach das Trinkwasser in Italien knapp werden könnte. Am Wochenende soll es kühler werden.
Unterdessen warnen in Griechenland Meteorologen vor drei Tagen Hitze. Das Meteorologische Amt in Athen gab am Donnerstag eine Warnung vor gefährlichen Wetterphänomenen heraus. Meteorologen rechnen mit Temperaturen um die 39 Grad Celsius für die meisten Regionen des Landes.
- dpa -
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