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Berliner Morgenpost ] 06.06.2005
Radfahrer vom Blitz getroffen
Peter H. hatte sich wegen Nieselregens unter einen Baum geflüchtet - Anwohner leistet erste Hilfe
Radfahrer Peter H. wollte sich nur kurz unter einer Pappel unterstellen - Sekunden darauf lag er bewußtlos am Boden. Ein Blitz hat den Berliner gestern morgen am Gnomenplatz zu Boden geschleudert. "Ich habe einen Schlag gespürt, dann war ich weg", sagt der 67jährige. "Drei Meter weit war er geflogen", ergänzt Anwohner Peter Hitzel (65) aus der Stadtrandsiedlung Malchow. Er beobachtete das "Naturereignis" von seiner Terrasse, stürmte sofort zu dem 30 Meter hohen Baum und zog seinen Namensvetter mit einem Rettungsgriff um die Hüfte in seinen Bungalow. "Das war ein Reflex", sagt der langjährige Rettungswagen- und Taxifahrer. In der Zwischenzeit rief seine Frau Lieselotte (61) den Notarzt. Der maß bei Blitzopfer Peter H. einen zu hohen Blutdruck und ließ ihn umgehend in die Park-Klinik Weißensee einliefern.
"Dort haben sie meinen Blutdruck gemessen und die Herzfrequenz", sagt der Radler. Zwei Stunden später durfte er die Notaufnahmestation wieder verlassen. "Guter körperlicher Allgemeinzustand" und "gute Ernährung" steht auf dem Entlassungsbefund. Kein Wunder - Rentner Peter H. radelt so oft wie möglich durch Weißensee. Anwohner erkennen ihn von weitem, wenn er gemütlich in seinem tiefblauen Trikot von TSC Berlin, mit blauem Fahrradhelm, orangefarbener Regenjacke und bunt geschecktem Rucksack durch den Nachtalbenweg radelt. Gestern hatte er sogar einen Regenschirm im Gepäck. "An den habe ich gar nicht gedacht, als es anfing zu nieseln", sagte er am Nachmittag, als er bei Hitzel sein Fahrrad abholte. Dabei warf er noch mal einen kritischen Blick auf die Pappel - genauso wie Hitzel. Der hatte sie vor 31 Jahren gepflanzt. "Das die mal der Blitz trifft, hätte ich nicht gedacht."
- tal -
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