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EN-Online ] 09.05.2005
Blitz trifft Kindergarten - Dreijährige schwer verletzt
Elmshorn. Innerhalb von drei Tagen hat es in Elmshorn den dritten verheerenden Blitzeinschlag gegeben. Gestern gegen 13.26 Uhr entlud sich ein Blitz auf dem Gelände des DRK-Kindergartens am Krückaupark. Dabei wurde ein dreijähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt.
Das Kind hatte unter einem großen Baum auf dem Außenareal des Kindergartens Schutz vor dem Regen gesucht, als der Blitz einschlug. "Das Mädchen hat allein unter dem Baum gestanden", sagt die Elmshorner Kripo-Chefin Annette Riege.
Ob der Blitz direkt in den Baum einschlug oder zunächst die an einem Ast befestigte Schaukel traf, ist noch nicht geklärt. "Es sind überhaupt keine Spuren zu sehen, weder am Baum, noch an der Schaukel", sagt Michael Bunk, Pressesprecher der Feuerwehr.
Klar ist, daß der Blitz auf die Dreijährige überschlug, im Oberkörperbereich eintrat und an einem Fuß wieder austrat. "Das Mädchen erlitt dabei Verbrennungen zweiten Grades. Alle anderen Kinder, die sich im Garten aufhielten, blieben unverletzt", sagt Polizeioberkommissarin Sabine Curlo, Sprecherin der Pinneberger Polizeiinspektion. Der Vater eines Kindergartenkindes hatte das Unglück beobachtet und rannte zu der Dreijährigen, die regungslos unter dem Baum lag. Das Kind war bewußtlos. Der Elmshorner begann sofort mit der Beatmung des Mädchens und kämpfte um das Leben des Kindes, bis die Notärzte eintrafen.
Unter anderem war auch ein Kindernotfallteam aus Itzehoe auf dem Kindergartengelände am Krückaupark im Einsatz. Auf der Spielfläche des Krückaustadions landete der Rettungshubschrauber Christoph 42 aus Hamburg.
Kurz nach 16 Uhr atmete das Kind wieder selbständig. Die Ärzte hatten das Mädchen soweit stabilisiert, daß die Kleine mit dem Hubschrauber ins Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf gebracht werden konnte. "Für das Kind besteht weiterhin akute Lebensgefahr", sagt Sabine Curlo.
Während des Einsatzes betreute Pastorin Britta Stender Kinder und Erzieherinnen. Wenn es darum geht, Betroffenen nach Unglücksfällen beistand zu leisten, ist die Elmshornerin zuständige Notfallseelsorgerin.
Die Frau aus Kiebitzreihe, die am Sonnabend während des Gewitters als Zuschauerin auf dem Sportplatz verletzt worden war, ist offenbar doch nicht direkt vom Blitz getroffen worden. Sie war ins Elmshorner Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie unmittelbar nach dem Einschlag in Kiebitzreihe ein Kribbeln im Arm verspürt hatte. "Wir konnten weder eine Strommarke noch Rhythmusstörungen feststellen", sagte Dr. Wolfgang Schlüter, Internist im Elmshorner Klinikum.
Die Patientin steht allerdings unter Schock. Durch die enorme Energie der elektrischen Ladung eines Blitzes kann es zu Verbrennungen von Gewebe kommen. Dann kann eine Brandmarke an der Einschlagstelle im Körper festgestellt werden. Außerdem kann das Reizleitungssystem des Herzens gestört werden. Kammerflimmern kann die Folge sein, und im schwersten Fall droht ein Herzstillstand. "Das kommt zum Glück sehr selten vor", so Dr. Schlüter.
Ebenfalls am Sonnabend schlug ein gewaltiger Blitz in das historische Reetdachhaus am Elmshorer Adenauerdamm 100 ein. Das anschließende Feuer zerstörte das Gebäude. Stadtarchivar Karl Heinz Kuhlemann hatte das Haus zwei Stunden vor dem Brand zufällig fotografiert. "Als ich die Nachricht vom Brand bekam, konnte ich es gar nicht glauben. Ich hatte das Haus doch gerade erst aufgenommen", sagt Karl Heinz Kuhleman.
- Knuth Penaranda -
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