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  [ Frankenpost Online ] 21.04.2005

Gewaltiger Blitz zerfetzt Bäume
"Bin zu Tode erschrocken"

Grünlas - Was haben Fliegen und Gewitter gemeinsam? Sie kommen mit den ersten warmen Sonnenstrahlen. Aber sind Fliegen nur lästig, so können Blitz und Donner richtig gefährlich werden und immensen Schaden anrichten. Viele Grünlaser können seit Sonntag ein Lied davon singen.
 
Helmut Frisch hatte am Sonntagnachmittag gegen 17.30 Uhr gerade die Kaffeetasse beiseite gestellt und überlegt, ob er nicht einen kleinen Spaziergang machen sollte. Beim Blick aus dem Fenster sah er in westlicher Richtung schwarze Gewitterwolken aufziehen und entschied sich deshalb, im Haus zu bleiben. Im Nachhinein eine gute Entscheidung!
 
Nachdem er vorsichtshalber die Stecker seiner Computeranlage und aller wichtigen Elektrogeräte aus der Dose gezogen hatte, erhellte ein greller Blitz sein Wohnzimmer, dem Sekundebruchteile später ein gewaltiger Donner folgte. Damit war das Gewitter schon vorbei; was folgte war nur ein starker Regenguss.
 
„Nachdem ich mich vom ersten Schreck etwas erholt hatte, schaute ich im Haus nach, ob Telfonverbindung und Fernseher noch in Ordnung waren. Alles hat funktioniert“, sagte Frisch. Bei einigen Nachbarn war das nicht so. Hier gingen Fernseher, Modems und andere Geräte, die während des Einschlags an die Stromversorgung angeschlossen waren, kaputt.
 
Besonders schlimm hatte es das neue Einfamilienhaus von Christine Pfaffenberger am Ortsausgang Richtung Großrehmühle getroffen. „Bevor es zu regnen anfing, wollte ich noch schnell die Garage zu machen. In diesem Augenblick blitzte und krachte es so furchtbar, dass der Erdboden unter meinen Füßen erzitterte. Ich hab’ mich zu Tode erschrocken“, sagt die Hausbesitzerin. Danach Schadensaufnahme: Telefon, Modems, Wäschetrockner und Kühlschrank hatten ihr Lebenslicht ausgehaucht – ein Schaden, der etliche tausend Euro ausmacht.
 
Der gewaltige Blitz hatte ungefähr 250 Meter von Helmut Frischs Haus entfernt eingeschlagen; auf der Anhöhe zwischen Grünlas und Horbach in einem Waldstück bot sich ein Bild wie nach einem Bombenangriff. Dort hatte der Blitz zwei über 20 Meter hohe, an ihrem unteren Ende 50 Zentimeter starke Fichten regelrecht zerfetzt. Tausende von kleinen Splittern liegen seitdem in einem Umkreis von über 50 Metern um die Einschlagstelle verstreut. „Dieser Blitz muss eine unheimliche Kraft besessen haben“, sagt Frisch. Das wird auch daraus ersichtlich, dass viele kleine Holzsplitter zentimetertief in den umstehenden Bäumen stecken sodass sogar das Harz herausläuft.
 
Waldbesitzer Helmut Frisch kann es kaum glauben: Mit unvorstellbarer Gewalt wurde diese Fichte buchstäblich in ihre Einzelteile zerlegt. Ungefähr 30 Meter entfernt spaltete der Blitz einen weiteren Baum sieben Meter über dem Boden und „köpfte“ ihn regelrecht.
 
- haf -


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