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  [ Hamburger Abendblatt ] 16.10.2004

Uns traf der Blitz

Stop and Go

Ein richtiger Pechtag: Der Regen strömte, der Treffpunkt in Norderstedt war kaum zu finden gewesen, und es stürmte heftig. Nun stand ich nachts auf der Tankstelle und traute mich nicht weiterzufahren: Das Öllämpchen hörte nicht auf zu leuchten. So was kann den Motor ruinieren.

Ölstand prüfen: bestens. Also ADAC anrufen, warten. Mittlerweile hatte ich das letzte Gebäckstück der Tankstellen-Theke verspeist. Bei der Prüfung leuchtete das Öllämpchen natürlich nicht. Typisch Vorführeffekt. Der ADAC-Mann verfolgte mich Richtung Autobahn, um im Falle des Wiederaufblinkens einzugreifen.

Gerade als ich ihn verabschieden wollte, ging es wieder an. Also abschleppen. Wieder warten, frieren, dann Auto auf den Anhänger und ins rüttelnde Cockpit zum Aufwärmen. Regen stürzte auf die A 7. Plötzlich gleißendes Licht, hell wie eine außerirdische Erscheinung. Hingerissen starrten wir nach vorne rechts, wo es herkam.

Kein Schlag, kein lauter Donner - nichts, das darauf hindeutete, daß Spektakuläres passiert war. Bis der Fahrer einen langen, gebogenen Riß in der Frontscheibe entdeckte, ausgehend vom Kühler, knapp 80 Zentimeter von meinem Knie entfernt. "Der Blitz hat bei uns eingeschlagen", sagte er ganz unspektakulär.

Die Gesetze des Faradayischen Käfigs hatten uns gerettet: Das Innere eines Drahtgeflechtes bleibt unberührt von äußeren elektrischen Einflüssen. So gesehen war es dann doch ein extremer Glückstag.

- AzK -


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