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  [ Kölnische Rundschau ] 13.09.2004

Der Blitz schlug gleich zwei Mal ein

REMAGEN. Zu einer Großübung rückten am Samstagnachmittag um 15.07 Uhr Feuerwehrkräfte, DRK-Helfer und ein Notarzt aus. Das Szenario: Ein Blitz hatte in der Firma Poli-Tape im Gewerbegebiet eingeschlagen und einen Brand im Produktionsbereich entfacht. Bereits um 15.11 Uhr rückten die ersten Fahrzeuge der Einheit Remagen an. Auch die Kripper Kräfte waren nach kurzer Zeit vor Ort.

Dort erfuhren die Feuerwehrleute von der Firmenführung, dass vier Mitarbeiter im Gebäude vermisst werden. Mit schwerem Atemschutz rückten mehrere Trupps in das riesige Gebäude vor, um die vermissten Mitarbeiter zu suchen. Weitere Trupps bauten die Wasserversorgung auf, um die Brandbekämpfung in Angriff zu nehmen. Die Suche nach den Vermissten in dem verqualmten Gebäude war schwierig, dennoch konnten drei Verletzte rasch geborgen werden. Die Feuerwehrleute mussten die Verletzten bis zur Übernahme an die DRK-Rettungshelfer versorgen. Dies geschah unter den Augen des Rotkreuzbeauftragten Heinz Ziemei, der einige Verbesserungen wie das Höherlagern des Oberkörpers bei Atemnot und das stärkere Überstrecken des Kopfes bei der stabilen Seitenlage anmahnte. Besonders schwierig war die Bergung der vierten Person, die durch einen Starkstromschlag schwer verletzt worden war und über eine Nottreppe gerettet wurde. Zudem musste der Chemieschutztrupp ein 100-Liter-Fass Äthylacetat bergen. Das erforderte Absperrungen im Umkreis von 50 Metern. Gegen 16.30 Uhr hatten die Feuerwehr und die DRK-Einsatzkräfte die Personen gerettet und den Brand gelöscht.

Bei einer zweiten Übung waren die Feuerwehrleute aus Unkelbach, Oedingen, Oberwinter und Rolandswerth beschäftigt. Im in der Nähe im Gewerbegebiet liegenden AOK-Verlag war es eine knappe halbe Stunde nach dem Feuer bei der Firma Poli-Tape ebenfalls zu einem Brand nach einem Blitzschlag gekommen. Auch dort retteten die Kräfte zwei vermisste und verletzte Mitarbeiter und löschten den Brand im Lager. Insgesamt waren 60 Feuerwehrleute aus der Gesamtstadt mit 15 Fahrzeugen, einem Notarzt und drei DRK-Fahrzeugen mit Besatzung im Einsatz. „Uns standen an diesem Wochenende weniger Feuerwehrleute aus der Gesamtstadt zur Verfügung, da 38 auf drei Weiterbildungen sind“, betonte Stadtwehrleiter Eduard Krahe. Ausgearbeitet worden war die Übung von Detlev Herzog, Michael Tillmann, Michael Zimmermann und Stadtwehrleiter Eduard Krahe. Alle vier hatten zuvor einen Führungs-Lehrgang bei der Landes- und Feuerwehrkatastrophenschutzschule Koblenz absolviert, die eine solche Übung im Anschluss nach sich zieht. Ein wichtiges Ziel war die Überprüfung der Zusammenarbeit der Kräfte und der Aufbau der Koordination. Das Funken auf drei Kanälen, den beiden Funkkreisen im Einsatz und der Verbindung zur Zentrale im Feuerwehrgerätehaus, wurde geübt. Dabei zeigte sich, dass es besser ist, die Funkkreise von drei Fahrzeugen aus zu halten.

"Kleinere Probleme hat es durch falsche Angaben der Werksleitung gegeben", erläuterte der stellvertretende Leiter der Landes- und Feuerwehrkastastrophenschutzschule Koblenz, Oberbrandrat Jörg Beckmann, im Beisein des Chefs der Wehr, Bürgermeister Herbert Georgi, und dem für Feuerwehren zuständigen Beamten der Stadt Remagen, Willi Fuhrmann. Sonst sei die Übung gut verlaufen. Zudem sei Remagen die erste Feuerwehr in Rheinland-Pfalz, die die Vorgabe Führungsrichtlinie umsetze.

- jup -


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