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Tirol Online ] 05.09.2004
Blitz legt die Cyta lahm
Massive Blitzschläge kappten Samstagmittag in Völs, Axams und Terfens die Stromversorgung. Hauptbetroffen war das Einkaufszentrum Cyta.
Gegen 11.30 Uhr wurde es in den Geschäften schlagartig dunkel. Einkäufer steckten in den Panoramaliften fest, Kassen streikten, Bankomatkarten wurden eingezogen, Kaffeemaschinen erstarben röchelnd und die Föhnfrisuren von Friseurkundinnen blieben halbfertig.
"Zum Glück ist nichts passiert und keine Panik ausgebrochen. Im Gegenteil: Die Kunden haben applaudiert, als der Strom wiederkam", berichtet Susanne Buratti, Marketingleiterin des Cyta. Dennoch spricht sie von einer "unguten Situation": Bei einer mittleren Samstagsfrequenz von 15.000 Kunden tummelten sich auf den 45.000 Quadratmetern Einkaufsfläche des Cyta samt seiner Außenanlagen immerhin einige tausend Menschen.
"Wir haben die eingeschlossenen Kunden sofort aus den Liften rausgebracht", erklärt Buratti. "Gottseidank" habe man zusätzlich zur Notbeleuchtung etwas Tageslicht durch die Glaskuppel.
"Sehr unangenehm war es in der Tiefgarage", erlebte Augenzeugin Inge Welzig vom Tierschutzverein etliche entnervte Kunden. "Vor allem die vielen Urlauber haben mir Leid getan: Man hat die Farben zur Orientierung nicht mehr gesehen, sie haben teilweise ihre Autos nicht mehr gefunden."
"Es hat auch relativ lang gedauert, bis die Geschäftsführer in den Läden gesagt haben: ,Wir machen zu.’ Jeder hat gedacht, dass der Strom gleich wieder kommt." Unverständlich sei ihr, "dass man nicht früher die Zufahrt zur Tiefgarage und auch die von außen gesperrt hat".
In der Geschichte des Einkaufszentrums habe es keinen so langen Stromausfall - er dauerte rund eineinhalb Stunden - gegeben, erklärt Buratti. "Für so etwas muss man in Zukunft schon gerüstet sein", kündigt sie Maßnahmen für ein stärkeres Notstromsystem an.
Die Vermutung, dass Langfinger den Ausfall der elektronischen Diebstahlsicherungen verstärkt zur Selbstbedienung nutzten, bestätigte Buratti am Samstag vor Geschäftsschluss nicht: "Wir haben dazu bis jetzt keine Meldungen." Massiv seien aber die Umsatzeinbußen.
"Es muss ein extremer Blitzschlag gewesen sein. Es ist sehr selten, dass Phasenseile durch Blitzschlag durchbrennen - sie halten es teilweise aus, dass ein Baum drauffällt", sagt Wolfgang Wurnig, Chef der zentralen Netzleitstelle in Thaur.
Durch den Einschlag in der Nähe des Umspannwerkes Völs sei nicht nur die 25.000-Volt-Leitung von Völs nach Wilten verschmort, auch die Leitungen nach Zirl und ins Kühtai seien spannungslos gewesen.
"Ein Trafo ist geflogen", berichtet Wurnig. "Auch im Umspannwerk Völs gab es eine Störung und Probleme mit der Fernsteuerung." Die Störungen mussten händisch überbrückt werden, was bei zwei Leitungen rasch ging. Länger dauerte es aber, den Schaden am verschmorten Kabel zu richten.
"Zusätzlich gab es Störungen in Terfens, Fritzens, Axams und Birgitz - alles Blitzschäden. Im 10-kV-Netz in Terfens/Fritzens ist ein Schalter explodiert." In Birgitz funktioniere wieder alles, weil die Fehlerquelle noch unklar sei, müsse man die Leitungen aber erneut kontrollieren. Insgesamt werde es einige Tage dauern, bis alles repariert sei.
- tt -
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