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  [ Main-Rheiner ] 01.08.2004

Unwetter richtet Verwüstungen an

Ungewöhnlich heftige Gewitter und Regenfälle haben am Freitagabend auch im Mainzer Stadtgebiet Verwüstungen und Überschwemmungen angerichtet. So weit bis Redaktionsschluss dieser Zeitung bekannt wurde, gab es keine Verletzten, die Höhe des entstandenen Sachschadens muss noch ermittelt werden.

"Es lag zwar eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor, aber dass es uns so schwer erwischt, war nicht vorhersehbar", sagte ein Polizeisprecher der AZ am Freitagabend. Gegen 19.30 Uhr brach das Unwetter über die Stadt herein. Pausenlos gingen Notrufe und Schadensmeldungen aus allen Stadtteilen bei Feuerwehr und Polizei ein. Einsatz-Schwerpunkte waren laut Feuerwehr Bretzenheim, Weisenau und besonders Hechtsheim.

Bis Redaktionsschluss dieser Zeitung hatten Polizei und Feuerwehr noch keinen vollständigen Überblick über die Schäden. In der Ludwig-Strecker-Straße in Hechtsheim legte der Wind einen zwölf Meter hohen Baum um, der zwei Autos demolierte. In der Wormser Straße in Weisenau wurden Ziegel von einem Dach gefegt, die Straße musste vorübergehend gesperrt werden.

In der Groß-Gerauer-Straße in Laubenheim schlug um wenige Minuten vor 20 Uhr der Blitz in ein Haus ein, es entwickelte sich ein kleinerer Dachstuhlbrand, der aber rasch gelöscht werden konnte.

Die starken Regenfälle überfluteten etliche Straßen und Unterführungen, die an vielen Stellen überlastete Kanalisation drückte Gullydeckel aus der Verankerung, etwa in der Wormser Straße, in der Geschwister-Scholl-Straße in Hechtsheim und am Rheingauwall /Ecke Mombacher Straße. Die Untere Zahlbacher Straße wurde im Bereich des Arbeitsamtes überflutet, ein Auto schlidderte in die Wassermassen und wurde leicht beschädigt. Auch hier war die Straße unbefahrbar und musste von der Polizei gesperrt werden.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk pumpten bis in die Nacht hinein deutlich mehr als 200 vollgelaufene Keller und Büros leer; außerdem kam es zu etlichen kleineren Verkehrsunfällen.

Im Hauptbahnhof wurden die Unterführungen überschwemmt, das Wasser lief in die Keller und verursachte Schäden an technischen Einrichtungen und in Lagerräumen. Am späten Abend war auch dort noch die Feuerwehr im Einsatz, um abzupumpen. Vom Bahnhofplatz war das Wasser auch in die Vorhalle gelaufen, wo es zeitweise einige Zentimeter hoch stand und in die Geschäfte sickerte. Verzögerungen im Zugverkehr waren zunächst weniger durch das Unwetter, als durch einen Unfall bei Uhlerborn bedingt (siehe Seite Kreis). Gegen 20.55 Uhr stürzte allerdings bei Laubenheim ein Baum in die Oberleitung und fing Feuer, deshalb musste die Strecke nach Worms eingleisig gesperrt werden. Zum Teil erhebliche Verspätungen waren die Folge.

Laut Autobahnpolizei blieben auf den Autobahnen um Mainz nennenswerte Behinderungen aus. Einige Verkehrsschilder wurden umgeknickt, wegen Verschmutzung durch Schlamm und Kies stand zwischen Laubenheim und Weisenau in Richtung Bingen zeitweise nur eine Fahrspur zur Verfügung.

- fsw -


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