[
Spiegel Online ] 03.06.2004
Hagelkörner durchschlagen Autoscheiben und Gewächshäuser
Heftige Unwetter sind über Bayern, Nord- und Ostdeutschland gefegt. Autofahrer mussten sich vor den Fluten aufs Wagendach flüchten. Riesige Hagelkörner richteten schwere Verwüstungen an. Der Wind deckte Dächer ab und knickte Bäume um. Zeitweise fiel der Strom aus.
Hamburg - Ein 30 Minuten dauernder Hagelschlag hinterließ im nordschwäbischen Babenhausen eine Spur der Zerstörung. Riesige Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen durchschlugen die Heckscheiben geparkter Autos und Dachfenster, berichtete die Feuerwehr heute. Einige Häuserfassaden wurden stark beschädigt, in einem Ortsteil wurden 14 Gewächshäuser einer Gärtnerei völlig zerstört.
Besonders schlimm traf es auch Sachsen und Brandenburg. In der Innenstadt von Chemnitz waren zahlreiche Straßen überflutet und mussten gesperrt werden. Teilweise stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch. Einige Autos versanken in den Fluten, manche Besitzer konnten sich vor den Wassermassen nur auf die Dächer retten. Eine Sturmböe wehte ein Baugerüst um. Die Trümmer beschädigten ein parkendes Auto. Auch in Zwickau hielt das Unwetter die Einsatzkräfte über Stunden auf Trab. In der Nähe von Torgau brannte nach einem Blitzeinschlag eine Scheune ab.
Schwere Schäden richtete das Unwetter auch in Frankfurt an der Oder an. Dort stürzten Bäume um. Viele Straßen waren durch abgerissene Äste und strömenden Regen unpassierbar. Durch Blitzeinschläge fiel zeitweise der Strom aus, der Sturm beschädigte außerdem die Oberleitungen der Straßenbahn. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Auf der Bahnstrecke Frankfurt-Berlin kam es zu Verspätungen, weil umherfliegende Bretter die Oberleitungen lahm gelegt hatten.
Im Raum Potsdam registrierte die Feuerwehr viele Blitzeinschläge in Häuser und Scheunen. Eine 69 Jahre alte Frau musste mit einem Schock in ein Pflegeheim gebracht werden, nachdem der Blitz in ihr Wohnhaus in Klein Gaglow bei Cottbus eingeschlagen war.
Sachsen-Anhalt blieb von den Gewittern weitgehend verschont. Die Polizei meldete keine größeren Schäden. Ein Blitzeinschlag hatte am Abend zu Störungen im Bahnverkehr bei Magdeburg geführt. Mehr als ein Dutzend Züge auf den Strecken Magdeburg-Berlin und Magdeburg-Dessau kamen nur mit Verspätungen, teilte die Bahn mit.
Glimpflicher kamen auch Schleswig-Holstein und Hamburg davon. Die Feuerwehr musste ausrücken, um überflutete Straßen zu sperren und voll gelaufene Keller leer zu pumpen. Stellenweise war die Kanalisation wegen der Wassermassen überlastet. Der Blitz schlug in Häuser und Scheunen ein. Auf der Insel Nordstrand brannte ein Ferienhaus ab. Während des schweren Gewitters war das Reetdach des Hauses in Brand geraten.
- dpa -
© Spiegel Online 2004 - Ein Service von www.blitzschutz.com
|