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  [ NZZ Online ] 09.07.2004

Millionenschäden im Mittelland durch Hagel

Überschwemmte Keller und Verkehrsbehinderungen

Heftige Gewitter mit Hagelschlag sind am Donnerstagnachmittag von Westen über die Schweiz gezogen. Die bis zu vier Zentimeter grossen Hagelkörner richteten Millionenschäden an. Die bisher stärksten Sommergewitter überschwemmten im ganzen Mittelland Keller. Es gab Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle.

Es handelte sich um einen rund 240 Kilometer langen Hagelzug, wie Urs Braun, Direktor der Schweizerischen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft, gegenüber Schweizer Radio DRS sagte. Er geht aufgrund von ersten Rückmeldungen von rund 1700 Schadenfällen aus. Die vor allem an landwirtschaftlichen Kulturen verursachten Schäden dürften sich auf rund sechs Millionen Franken belaufen. Laut Angaben von Meteo Schweiz wiesen die Hagelkörner teilweise einen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern auf.

In den Grossräumen Zürich und Bern sowie in der Region Schaffhausen kam es vorübergehend zu Verkehrsbehinderungen wegen überschwemmter und nasser Strassen sowie umgestürzter Bäume. In den Kantonen Zürich, Bern, Solothurn, Aargau und Schaffhausen wurden insgesamt gegen hundert Keller überschwemmt. In den Berner Gemeinden Zimmerwald und Niedermuhlern fiel am Nachmittag für rund drei Stunden der Strom aus. In Kappelen bei Aarberg rückte die Feuerwehr aus, nachdem ein Blitz in einen Baum neben dem Schulhaus eingeschlagen hatte. Im Galterntal im Kanton Freiburg ging ein Erdrutsch auf Strasse und Wanderweg nieder. Personen wurden nicht verletzt.

Meteo Schweiz verzeichnete bei den bisher stärksten Sommergewittern für das Mittelland verbreitet Regenmengen von gut 20 Litern pro Quadratmeter. Lokal sei von bis zu 40 Litern auszugehen, sagte ein Meteorologe. Die Gewitterzone bewegte sich mit rund 30 Kilometern pro Stunde ostwärts und erreichte am späteren Nachmittag den Bodensee. In Richtung Osten wurden auch die Winde immer stärker. In Schaffhausen wurden Sturmböen von 104 Kilometern pro Stunde gemessen. Auch in der Südschweiz regnete es am Donnerstag wieder grossflächig. Bereits am Mittwoch waren 50 Liter pro Quadratmeter gemessen worden.

- ap -


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