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Mitteldeutsche Zeitung ] 11.07.2004
Mann stirbt bei Hausexplosion in Suhl
Auch Nachbarin wurde durch umherfliegende Trümmerteile verletzt
Ein Blitz hat am Wochenende in der thüringischen Stadt Suhl eine Tragödie ausgelöst: Bei der Explosion seines Wohnhauses starb am Samstag ein 63 Jahre alter Mann. Nach vierstündigen fieberhaften Bergungsarbeiten konnten die Rettungskräfte den alleinstehenden Rentner um Mitternacht nur noch tot aus den Trümmern seines völlig zerstörten Hauses ziehen. Seine Nachbarin, die ihn wegen des Blitzeinschlages noch gewarnt hatte, wurde durch umherfliegende Trümmerteile verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Eine weitere Nachbarin erlitt einen Schock und musste ärztlich behandelt werden.
Am Tag nach dem Unglück kreist ein Polizeihubschrauber über der Trümmerstelle in der sonst so idyllischen Siedlung am Suhler Lautenberg, einem Eigenheimviertel. Die Suche nach der genauen Ursache für das Unglück hat begonnen. Denn obwohl rasch sicher scheint, dass der Blitz wohl die Gasleitung des Hauses getroffen hat und Gas in den Keller strömte, ist ungewiss, was genau zu der verheerenden Explosion geführt hat. Die Kriminalpolizei Suhl, die die Ermittlungen übernommen hat, vermutet eine technische Ursache, die das Gas-Luft-Gemisch entzündete. Genauen Aufschluss sollen kriminaltechnische Untersuchungen und Gutachten von Sachverständigen wie des TÜV geben.
«Dass die Gasleitung schon vorher beschädigt war, ist unwahrscheinlich», sagte Kripo-Chef Matthias Kehr am Sonntag. Hinweise auf eine Straftat lägen nicht vor, eine Einwirkung Dritter schließen die Ermittler aus. Augenzeugen berichteten der Polizei von einem ungewöhnlich starken hellen Blitz, der auf dem Grundstück einschlug. Es sei ein trockener Blitz buchstäblich aus heiterem Himmel gewesen, erst nach dem Einschlag habe Gewitterregen eingesetzt. Die Nachbarsfrau eilte auf das Unglücksgrundstück, um den Rentner zu warnen. Er solle doch mal nachschauen, ob etwas passiert sei. Zehn Minuten später, der Mann hatte sich gerade zur Kontrolle in den Keller begeben, kam es zur Katastrophe.
Den Rettungskräften bot sich ein Bild der Verwüstung: Die Explosion hatte nicht nur das zweistöckige Haus des 63-Jährigen bis auf einen Mauerrest vollständig zerstört, Druckwelle und umherfliegende Trümmerstücke richteten auch Schäden in der Nachbarschaft an: Fenster splitterten, ein Garagentor wurde zerstört, ein Auto wurde beschädigt. Die Polizei beziffert den Sachschaden vorläufig auf rund 250 000 Euro. Die Nachbarin des tödlich Verunglückten erlitt einen Armbruch und Schnittwunden.
An den Lösch- und Bergungsarbeiten waren nach Polizeiangaben die Berufsfeuerwehr Suhl sowie Freiwillige Feuerwehren aus mehreren Ortsteilen, das Technische Hilfswerk und Einsatzkräfte der Stadtwerke Suhl/Zella-Mehlis beteiligt. Ein Kriseninterventionsdienst kümmerte sich um Angehörige und Nachbarn. Immer wieder mussten Feuerwehrleute Glutnester löschen. Um eine Gefährdung von Rettungskräften und Anwohnern durch ausströmendes Gas auszuschließen, wurde die Gasversorgung in der Straße vorsorglich unterbrochen. Am Sonntagmorgen wurde sie wieder aufgenommen.
Dem Unglück in Suhl gingen laut Polizei Wetterwarnungen voraus. Der Deutsche Wetterdienst habe im Laufe des Tages vor gefährlichen Gewittern gewarnt und darauf hingewiesen, dass bei Blitzschlag Lebensgefahr bestehe, sagte Polizeisprecher Eberhard Wagner
- dpa -
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