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  [ RP Online ] 09.06.2004

Unwetter über Deutschland - Kommt jetzt die Schafskälte?

Offenbach/Berlin. Kommt jetzt die Schaftskälte? Nach der kurzzeitigen Hitzewelle sorgt ein Tief bis zum Wochenende immer wieder für Schauer und Gewitter. Über Norddeutschland fegte bereits das schwerste Unwetter seit Jahren.

Dabei gehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage langsam zurück. Die Höchstwerte liegen nur zwischen 16 und 23 Grad. Der private Wetterdienst wetter.com erinnert daran, dass in der ersten Junihälfte regelmäßig in Mitteleuropa die so genannte Schafskälte Einzug hält.

Am Donnerstag scheint anfangs vor allem im Süden noch längere Zeit die Sonne, sonst wechseln sich Aufheiterungen, dichtere Quellwolken und kräftige Schauern oder Gewittern einander ab. Die Höchstwerte liegen zwischen rund 21 Grad in Schleswig-Holstein und bis 32 Grad am Oberrhein und an der Donau.

Am Freitag ist es wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Im Tagesverlauf scheint im Westen wieder die Sonne. Die Höchsttemperaturen erreichen in der Nordhälfte nur noch 18 bis 23, in der Südhälfte 23 bis 28 Grad.

Für das Wochenende sagen die Meteorologen weitere Schauer und auch Gewitter voraus. Dabei fallen im Norden mehr Niederschläge als im Süden, wo längere Zeit die Sonne scheint. Die Temperaturen liegen zwischen 16 Grad an der Küste und 23 Grad im Südwesten.

Ein schweres Unwetter hatet am Mittwochmorgen über Norddeutschland gewütet: Bäume stürzten um, Blitze setzten Dächer in Brand, Keller liefen voll, Äste fielen auf Autos. Allein in Hamburg musste die Feuerwehr zwischen 07.00 Uhr und 09.00 Uhr 200 Mal wegen des Gewitters ausrücken, wie ein Sprecher mitteilte. Im Kreis Pinneberg, nördlich von Hamburg, gab es mehrere Verkehrsunfälle und Überschwemmungen. Am Vormittag zog das Gewitter nach Osten ab, erste Sonnenstrahlen kehrten zurück.

In Hamburg musste der Bahnverkehr in Richtung Norden teilweise eingestellt werden, weil ein Baum auf eine Bahnstrecke gefallen war. Zwei Dachstühle wurden vom Blitz entzündet. Zahlreiche Keller liefen voll. Der Berufsverkehr wurde stark behindert. Laut Feuerwehr wurde niemand verletzt.

Im Kreis Pinneberg wurden Bäume entwurzelt, Gullydeckel wurden aus der Fassung hochgedrückt, Keller liefen voll, Dächer wurden abgedeckt oder durch umstürzende Bäume beschädigt, wie die Polizei berichtete. Die Einsatzleitstelle der Polizei Pinneberg habe binnen weniger Minuten mehr als 40 Einsätze verzeichnet. Zugleich seien über 60 Notrufe eingegangen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kam es an der gesamten Nordseeküste zu schweren Gewittern mit Hagel und Sturmböen sowie kräftigem Regen zwischen 26 und 30 Litern pro Quadratmeter. Spitzenreiter sei Freiburg an der Niederelbe mit 37 Litern gewesen. Im weiteren Verlauf des Tages werde diese Unwetterfront südostwärts ziehen und im nördlichen Niedersachsen sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Teilen von Sachsen-Anhalt ebenfalls für Gewitter mit starken Regenfällen, örtlichen Sturmböen und Hagel sorgen.

- rpo -


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