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Ostsee-Zeitung.de ] 10.06.2004
Heftige Unwetter tobten über Norddeutschland
Hamburg. Eines der schwersten Gewitter der vergangenen Jahre ist gestern über Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hinweggefegt. Das Unwetter verursachte schwere Schäden und störte den Verkehr erheblich. Entwurzelte Bäume und abgerissene Äste stürzten auf Gleise, Straßen, auf Hausdächer und Autos. Straßen wurden überflutet. Der Bahnverkehr Hamburg-Kiel war unterbrochen, zwischen Hamburg und Berlin mussten Züge umgeleitet werden. Betroffen waren auch die Verbindungen nach Rostock. Nach Angaben der Bahn AG waren insgesamt 250 Züge verspätet. „Das hatte Folgen für den gesamten Zugverkehr“, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin.
Am Nachmittag normalisierte sich die Lage. Neben dem Großraum Hamburg waren das Gebiet um Hannover sowie die Altmark in Sachsen-Anhalt besonders betroffen.
Bei einem Blitzeinschlag entzündete sich im Chemiebetrieb Dow in Stade ein Wasserstoffgemisch, das aus einem Schornstein abgeblasen wurde. Das Feuer war weithin sichtbar, richtete aber keinen Schaden an.
In der Nähe von Wulfshagen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) schlug ein Blitz in eine Zwei-Megawatt-Windenergieanlage ein, die daraufhin Feuer fing. Die Feuerwehr ließ die Gondel kontrolliert abbrennen, weil sie in etwa 70 Meter Höhe nicht löschen konnte. Die Bundesstraße 76 wurde eine Stunde lang gesperrt. An der Anlage entstand Totalschaden, der auf rund zwei Millionen Euro geschätzt wird.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes kam es an der gesamten Nordseeküste zu schweren Gewittern mit kräftigem Regen zwischen 26 und 30 Litern pro Quadratmeter. Spitzenreiter war Freiburg an der Elbe mit 37 Litern.
- dpa -
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