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Hamburger Abendblatt ] 11.11.2003
Viel Schmutz, viele Blitze
In Städten blitzt es häufiger als über dem flachen Land. Hauptursache dafür sei die Luftverschmutzung, schreiben US-Forscher um Scott Steiger von der Texas A&M University im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" (Bd. 30, Nr. 19).
Bisher hatten die Wetterforscher angenommen, dass das wärmere städtische Klima und lokale Eigenheiten - wie von der See einströmender Wind - ebenso wichtige Faktoren für die Blitzhäufigkeit seien.
Steiger und seine Kollegen werteten nun die Blitz- Statistiken der vergangenen 14 Jahre für Lake Charles aus, einer kleinen Stadt in Louisiana. Dort ist die Luft, anders als im Umland von Lake Charles, stark verschmutzt, da es viele Ölraffinerien gibt.
Durchschnittlich schlugen in Lake Charles pro Quadratkilometer und Jahr sieben Blitze ein - im Umland waren es hingegen nicht einmal halb so viele.
Die Blitzhäufigkeit entsprach damit der einer Großstadt wie Houston, obwohl Lake Charles mit 180 000 Einwohnern nur einen Bruchteil der Bevölkerung besitzt. Weil die über Lake Charles liegende "Wärmeglocke" deshalb weniger stark ausgeprägt ist als die über Houston, folgerten die Forscher, dass es einen anderen Hauptgrund für diesen Unterschied zwischen Stadt und Land geben müsse.
Steiger und seine Kollegen verglichen daraufhin den Grad der Luftverschmutzung im Jahresverlauf mit der Häufigkeit von Blitzen und stellten einen deutlichen Zusammenhang fest: Die Blitzhäufigkeit nahm immer in den Sommermonaten zu - genau dann, wenn auch die Luftverschmutzung am intensivsten war. Sie zieht also Blitze an.
dpa/fwt
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