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  [ Netzeitung ] 06.11.2003

Theorie von der Blitzentstehung angezweifelt

Ein Physiker stellt die Theorie der Blitzentstehung bei Gewitter infrage. Die Erklärung der elektrischen Entladungen weise einen entscheidenden Fehler auf.

Vieles von dem, was man über Gewitter weiß, könnte falsch sein. Nach Ansicht eines Physikers aus Florida können Blitze nicht mit dem bisherigen Modell erklärt werden.

Gammastrahlen und Positronen
Wie eine Arbeitsgruppe um Joseph Dwyer vom US-amerikanischen Florida Institute of Technology in Melbourne berichtete, reichen die Bedingungen im Inneren eines Gewitters nicht aus, um die gewaltigen Entladungen nach der Sommergewitter über Bayern bisherigen Vorstellung entstehen zu lassen. Die Existenz der großen elektrischen Felder, die es dazu brauchte, konnte bisher nicht nachgewiesen werden, schreiben die Forscher in der letzten Ausgabe des Magazins «Geophysical Research Letters».
 
«Was wir gefunden haben ist eine neue Grenze in der Natur», sagt Dwyer. So wie ein Eimer nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen kann, könnten sich elektrische Felder in der Atmosphäre nur bis zu einer bestimmten Größe aufbauen. Bei einem weiteren Spannungsaufbau würde ihre Energie durch die Produktion von Gammastrahlung oder Antimaterie in der Form von Positronen verloren gehen.
 
Wie ein Blitz tatsächlich ausgelöst wird, kann unter Berücksichtigung dieses Faktors allerdings nicht mehr erklärt werden. «Jedermann kennt Gewitter, aber wir wissen immer noch nicht viel darüber, wie sie funktionieren», sagt Dwyer.
 
(nz)


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