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News.ch ] 22.07.2003
Blitzunfälle in den Alpen
Bern - Am Montag sind in den Schweizer Alpen 15 Menschen vom Blitz getroffen worden - einer von ihnen starb, drei Opfer werden noch vermisst. Den Alpinisten wurden advektive Gewitter zum Verhängnis - ein tückisches meteorologisches Phänomen.
Tödliche Blitze in den Alpen: Am Mönchsjoch im Berner Oberland sowie am Roc dŽOrzival im Wallis trafen Blitze je fünf Personen, wovon eine tödlich verletzt wurde. Am Matterhorn sowie am Liskamm wurden gleichentags drei Alpinisten vom Blitz getroffen, die bisher noch nicht geborgen werden konnten.
Den Alpinisten wurden so genannte ŽadvektiveŽ Blitze zum Verhängnis, erklärte auf Anfrage Patrick Hächler von MeteoSchweiz. Dabei handelt es sich um Gewitter, die mit starken Höhenwinden aus grosser Distanz herbeigeführt werden und die Alpinisten zu jeder Tageszeit überraschen können.
Normalerweise bilden sich die Gewitter nach dem üblichen Schema: Am Morgen herrscht schönes Wetter, gegen Mittag ziehen erste Quellwolken auf und am Nachmittag folgt das Gewitter, sagt Hächler. Berggänger können die Bildung solcher lokalen Gewitter in der Regel mitverfolgen und sich rechtzeitig in Schutz bringen.
Die seltenen advektiven Gewitter, die an ein paar wenigen Tagen im Jahr auftreten, überraschen die Alpinisten hingegen zumeist unvorhergesehen - was fatale Folgen haben kann.
Normalerweise sterben pro Jahr etwa sieben Personen in der Schweiz durch Blitzeinschlag. Dass vier Personen an einem einzigen Tag sterben ist äusserst aussergewöhnlich, erklärt der Meteorologe.
Hächler rät Alpinisten, den Wetterbericht genau zu konsultieren. Heisst es: Schönes Wetter, Bildung von Quellwolken und Gewitter am Nachmittag, so ist das der Standardfall des Wärmegewitters. Heikel ist es, wenn es heisst: Veränderlicher Wettertyp mit Gewittern, erklärt Hächler. Dann seien Gewitter zu jeder Tageszeit möglich.
Eine solche Prognose sei von MeteoSchweiz auch für Montag erfolgt. Wird man trotzdem von einem Gewitter überrascht, so müssen exponierte Gebiete sofort verlassen werden, sagt Hächler. Er empfiehlt zudem, sich an einem geschützten Ort hinzukauern und die Füsse zusammenzuhalten, um die so genannte Schrittspannung zu vermindern.
bsk (Quelle: sda)
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