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  [ Schaumburger Nachrichten ] 02.07.2003

Gewitterblitz oder Feuerteufel

Wenn es um Brände geht, kommt das Schaumburger Land nicht zur Ruhe: Am Dienstag mussten Feuerwehren, Polizei und Rettungskräfte ausrücken, um an der „Lieth“ einen Großbrand zu verhindern. Das gelang mit vereinten Kräften, aber eine Scheune brannte völlig nieder. Als mögliche Ursache kommt ein Blitz ebenso in Betracht wie eine Brandstiftung.
 
Obernkirchen. Um 21.28 Uhr wurde für die Obernkirchener Feuerwehren Großalarm ausgelöst. Auch die Bückeburger Brandbekämpfer mussten ausrücken – die Drehleiter und das Tanklöschfahrzeug sowie der Rüstwagen wurden benötigt. Den Feuerwehrleuten bot sich folgendes Bild: Große Teile der Scheune brannten, die Flammen schlugen an einigen Punkten schon durch das Dach. Die Scheune war nicht mehr zu retten, aber ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Stall und auch auf das dann folgende Wohnhaus sollte auf jeden Fall verhindert werden. Die Tiere aus dem Stall wurden durch den Besitzer, beherzten Nachbarn und die Feuerwehr sofort gerettet: 15 Rinder und zwei Schweine wurden in Sicherheit gebracht. Auch einige leicht entflammbare Strohballen wurden vorsichtigerweise aus dem Stall abtransportiert. Erschwert wurden die Löscharbeiten, weil sich dort oben nur wenige Hydranten befinden. Aber 500 Meter weiter steht ein Hochbehälter, eine Leitung wurde aufgebaut. Mit der Drehleiter hatten sich mittlerweile die Feuerwehrleute auf das Dach vorgearbeitet: Mit Haken wurden die Ziegel entfernt, damit diese später nicht die unten in der Scheune löschenden „Blauröcke“ verletzen konnten. Eine Giebelwand der Scheune stand zwar noch Stein auf Stein, aber jetzt ohne festen Halt: Sicherheitshalber wurde diese umgerissen. Den Gesamtschaden bezifferte ein Vertreter der Versicherung auf rund 100 000 Euro. Insgesamt waren 80 Feuerwehrleute in dieser Nacht im Einsatz. Über die mögliche Brandursache konnten die Ermittler der Polizei gestern noch keine Angaben machen. So war nicht einmal ausgeschlossen, dass das Gebäude von einem Gewitterblitz getroffen sein könnte. Die Beamten hoffen, mit Hilfe der Firma Siemens diese Frage beantworten zu können. „Aber das braucht seine Zeit“, hieß es gestern von einem Polizeisprecher. Sollte sich diese Version nicht erhärten, dann geht das Feuer möglicherweise auf das Konto des „Feuerteufels“, der in der Nacht zum 23. Mai in Rolfshagen zwei Brände und in Obernkirchen einen Brand gelegt haben soll.
 
rnk / tol


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