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  [ Augsburger Allgemeine ] 16.06.2003

Zwei Tote nach schwerem Unwetter

Motorradfahrer verliert im Donau-Ries sein Leben - Ast als tödliches Hindernis - Millionenschaden durch Blitz, Regen, Sturm, Hagel

Es war eine gespenstische Szene am frühen Samstagabend, die zwei junge Männer aus Schopflohe (Kreis Donau-Ries) wohl nie mehr aus ihren Köpfen bekommen werden. Die beiden Autofahrer hatten auf der Straße zwischen ihrem Heimatort und Großaltingen einen Lindenast entdeckt. Durch den Gewittersturm war der Ast abgeknickt worden und auf die Straße gefallen. Die Männer wollten gerade die Situation entschärfen, nachfolgenden Verkehr auf das gefährliche Hindernis aufmerksam machen, da hörten sie das aufbrausende Geräusch eines Motorrads. Warnschreie nutzten nichts mehr: Mit Vollgas fuhr ein 26-Jähriger in den Tod. Nach den Angaben der Polizei sah er den quer gelegten Ast offenbar nicht und prallte ungebremst mit seinem Motorrad gegen den 70 Zentimeter dicken Ast. Hilflos mussten die Männer an der Straße mit ansehen, wie der 26-Jährige und sein Motorrad etwa 40 Meter durch die Luft geschleudert wurden. Der Rieser starb noch an der Unfallstelle wegen der schweren Kopfverletzungen, die er sich zugezogen hatte.
 
Der Motorradfahrer war eines von zwei Opfern im Freistaat, die während der Gewitter oder unmittelbar nach den schweren Unwettern am Samstag ihr Leben verloren. Im niederbayerischen Aiterhofen wurde ein 29 Jahre alter Erntehelfer auf einem Blumenkohlfeld von einem Blitz getötet. Insgesamt sind nach ersten Schätzungen durch Blitz, Regen, Hagel und orkanartige Winde in Bayern Sachschäden von mehreren Millionen Euro entstanden. Auch in unserem Verbreitungsgebiet haben schwere Gewitter folgenreich gewütet:
 
Über die Stadt Nördlingen fegten wie schon am Donnerstag heftige Windböen hinweg. Vom Dach einer Kartonagen-Firma wurden 400 Quadratmeter abgedeckt.
 
Die Bahnstrecke zwischen Donauwörth und Rain musste für zweieinhalb Stunden gesperrt werden, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war.
 
Entwurzelte Bäume und herabgefallene Äste sorgten im Bereich Donauwörth zum Teil für erhebliche Behinderungen auf der B2 und der B25. Die Bundesstraßen mussten zeitweise gesperrt werden.
 
In Hamlar (Gemeinde Asbach-Bäumenheim) hatte eine Frau Glück im Unglück. Die 57-Jährige kroch auf der Terrasse unter einen Tisch, um eine heruntergefallene Plastikflasche zu suchen. Just in diesem Moment stürzte der Ast eines Kastanienbaumes aus dem Nachbargarten auf sie. Die Frau brach sich einen Arm. Ohne den zufälligen Schutz, vermutet die Polizei, wäre Schlimmeres passiert.
 
Windhosen deckten bei den Pöttmeser Pferdetagen Party- und Pferdezelte ab. 20 Pferde rissen in Panik aus, galoppierten zum Teil auf die Straße zwischen Pöttmes und Affing. Ein Pferd prallte mit einem Auto zusammen, wurde am Hinterlauf verletzt und in die Tierklinik gebracht.
 
Vor dem Aichacher Freibad begrub eine umgestürzte Trauerweide zum Glück nur Fahrräder unter sich.
 
Ein Blitzeinschlag setzte einen Dachstuhl in Kaufbeuren-Neugablonz in Brand.
 
In Attenhofen bei Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) blieben die Haushalte für eine Stunde ohne Strom. Ein Baum war auf die Stromleitung gefallen.
 
Die Fußballspieler des Vereins BC Schretzheim gehörten zu den wenigen, denen am Samstag der Regen Segen brachte. Wegen der Unbilden des Wetters wurde ihr Relegationsspiel um einen Platz in der Bezirksliga Nord gegen den BSV Berg im Gau abgebrochen und neu angesetzt. Zu diesem Zeitpunkt lagen sie bereits mit 0:3 aussichtslos zurück. Jetzt gibt’s dank Petrus eine unerwartete zweite Chance.
 
Augsburg (ioa)


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