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Westfalenpost ] 11.06.2003
Blitz erschlägt neun Kühe
Grevenstein. Eigentlich wollte Ferdi Erlmann seine Kühe von der Weide holen, wie jeden Tag. Doch als der Grevensteiner Landwirt am Sonntagnachmittag auf der Wiese ankam, fand er neun seiner Tiere tot vor - vom Blitz getroffen.
Die Fichte ist nur noch Kleinholz, der Stamm gespalten. Holzstücke und Zweige liegen überall verteilt. "Hier hat der Blitz eingeschlagen", erklärt Ferdi Erlmann und zeigt auf die Überreste des Baumes. Neun der 70 Milchkühe starben durch den Blitzschlag. "Wir können es einfach nicht fassen", erzählt Brigitte Erlmann. Gemeinsam mit ihrem Mann und Sohn Marc wollte sie die Herde von der Wiese holen. Doch kaum saß die Familie im Auto, ging das Unwetter los. Die Erlmanns mussten Blitz und Donner abwarten.
Schweres Unwetter "Es war ein Bild des Grauens", erzählt Brigitte Erlmann von dem Moment, als sie die toten Tiere fanden - über die zwei Hektar große Wiese verteilt. "Zwei Kühe haben wir in der Nähe der Fichte gefunden", so Ferdi Erlmann. Sechs andere Kühe lagen ca. 400 Meter entfernt am anderen Ende der Weidefläche, ein weiteres Tier ca. 60 Meter vom Baum weg. "Blitzschlag" bescheinigte der herbeigerufene Tierarzt bei allen Kühen. "So etwas hatte der bisher nicht erlebt", so Ferdi Erlmann. "Es sind mal sechs Kühe vom Blitz getroffen worden. Aber neun...." Ein trauriger Rekord. Besonders tragisch: Alle Kühe waren trächtig. Sechs der Tiere hätten in einem Monat gekalbt.
"Die Tiere haben wohl Schutz unter den Bäumen gesucht", vermutet Ferdi Erlmann. Doch wie neun Kühe, die weit voneinander entfernt auf der Wiese standen, vom Blitz getroffen wurden, gibt Rätsel auf. "Es ist möglich, dass Wasser auf der Wiese stand und durch den Blitz ein elektrisches Feld entstanden ist", erklärt Dr. Marielott Grosch, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst.
"Aber es ist auch denkbar, dass ein Blitz mit vielen Verästelungen eingeschlagen hat." Demnach habe der Hauptast des Blitzes den Baum getroffen, die Seitenarme die Kühe am anderen Ende der Weide.
Den Schaden schätzt Ferdi Erlmann auf 12 000 bis 15 000 Euro, die genaue Summe muss noch ermittelt werden. "Für die Tiere kommt die Feuerschutzversicherung auf", erklärt der Landwirt. Doch den Ausfall der Milch, zahlt keiner. Jeden Tag fehlen jetzt 300 bis 400 Liter im Milchtank, das sind 90 bis 120 Euro weniger. So schnell wie möglich will die Landwirt-Familie ihre Herde wieder aufstocken. Aber: "Wir müssen erst einmal gute Tiere finden", so Ferdi Erlmann. "Bis wir wieder da sind, wo wir waren, dauert es einige Monate."
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