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  [ Spiegel Online ] 05.06.2003

Feuerwehr verhängt Ausnahmezustand in Berlin

Schwere Gewitter haben in Süd- und Ostdeutschland für teils chaotische Zustände gesorgt. Rekordverdächtige Regenfälle haben in Bayern und Sachsen-Anhalt Keller und Straßen überflutet. In Berlin verhängte die Feuerwehr den Ausnahmezustand.
 
Berlin/Erfurt/Nürnberg - In Berlin wütete ein Gewitter mit Sturmböen und heftigem Regen. Bäume wurden entwurzelt, der S-Bahn-Verkehr war streckenweise unterbrochen. Die Feuerwehr verhängte den Ausnahmezustand. Auch in Teilen Thüringens, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Bayerns knickten die Unwetterstürme Bäume um, Keller und Straßen wurden überflutet.
 
Die Gewitterkette zog am Abend mit bis zu 60 Stundenkilometern gen Osten. Die Polizei im thüringischen Saalfeld meldete 15 Zentimeter Wasser auf der Bundesstraße 281. In manchen Orten fielen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde. Das sei mehr als sonst in einem halben Monat, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig. Blitz und Donner, Regengüsse und Hagelschlag setzten in Sachsen den tropischen Temperaturen ein vorläufiges Ende.
 
Auch in Sachsen-Anhalt und Bayern wurde Straßen überflutet. In Magdeburg saßen viele der rund 230.000 Einwohner minutenlang im Dunkeln. Das Unwetter legte den Bahnverkehr in Teilen Sachsen-Anhalts lahm. Blitzeinschläge setzten Dachstühle in Brand.
 
Innerhalb einer Stunde fielen in Sachsen-Anhalt 27,4 Liter Regen pro Quadratmeter. "Das ist fast so viel Niederschlag wie sonst in einem Monat", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig. Die Temperaturen sanken während des Unwetters von 29 auf 18 Grad. Die Unwetterwolke türmte sich bis zu 14 Kilometer auf. An der Oberkante der Wolke herrschten Temperaturen von minus 66 Grad.
 
In Bayern war Mittelfranken am stärksten betroffen, berichtete der Deutsche Wetterdienst in München. In Nürnberg fielen binnen zwei Stunden 54 Liter Regen pro Quadratmeter. In Nürnberg und Fürth gerieten nach Polizeiangaben durch Blitze mindestens zwei Gebäude in Brand. Verletzt wurde nach ersten Angaben aber niemand.
 
- dpa -


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