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  [ Emder Zeitung ] 13.08.2002

Wenn zu Hause der Blitz einschlägt

Gebäude in Twixlum zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren vom Blitz getroffen

"Es gab einen lauten Knall. Das hat sich angehört, als gehe die Welt unter." Im Haus von Rosa Tamplon-Bauer und ihrer Familie in Twixlum ist bei dem Unwetter am späten Sonnabendnachmittag zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren der Blitz eingeschlagen.
 
"Aber wir hatten beide Male noch Glück im Unglück", sagt sie. 1998 wurde das Haus von Rosa Tamplon-Bauer und ihrem Mann Eugen zum ersten Mal vom Blitz getroffen. Damals schlug der Blitz im Dach ein und warf einige Ziegel herunter. Auch dieses Mal kam der Blitz durch den Dachstuhl ins Haus, wieder fielen Ziegel vom Dach. Ein Dachbalken zersplitterte, die Bodentreppe fiel herunter. An einer Hauswand riss die Tapete ein und Putz bröckelte heraus. "Ich habe bin sofort in den Hausflur gelaufen und habe gehofft, dass es nirgendwo brennt. Aber es roch ganz komisch", schildert Rosa Tamplon-Bauer. Und weil ihr Telefon -ebenso wie viele andere in der Nachbarschaft - plötzlich nicht mehr funktionierte, alarmierte sie über das Handy einer Nachbarin die Feuerwehr. Die stellte fest, dass zwar nichts brannte, aber die Glaswolle im Dachgeschoss angefangen hatte zu schmoren. Diese konnte jedoch schnell abgelöscht werden. Außerdem kam es in den elektrischen Leitungen zu einer Überspannung, so dass einige Elektrogeräte beschädigt wurden.
 
Der Blitz überraschte die Familie, als sie gerade im Wohnzimmer beisammen saß. "Den Fernseher hatten wir schon vorher ausgeschaltet", erzählt Rosa Tamplon-Bauer. Die beiden Kinder hatten ein paar Minuten zuvor noch die Fenster im Obergeschoss geschlossen. "Zum Glück waren wir alle unten, als der Blitz einschlug. Wäre zu diesem Zeitpunkt gerade jemand von uns auf der Treppe gewesen, hätte es sein können, dass er vom Blitz getroffen worden wäre." Wie die Feuerwehr später feststellte, verließ der Blitz das Haus direkt an der Treppe. Zurück blieben die Spuren in der Wand: ein Riss in der Tapete und der abgebröckelte Wandputz.
 
Aber nicht nur bei den Tamplons waren die Auswirkungen des Unwetters am Sonnabend zu spüren. Auch in vielen Nachbarhäusern nahmen elektronische Geräte Schaden. Außerdem schlug ein Blitz in einem anderen Haus in Twixlum trotz eines Blitzableiter ein und entfachte ein Feuer im Dachgeschoss. Ein Zimmer brannte aus und auch in einem zweiten Raum fingen Einrichtungsgegenstände Feuer, so dass die Feuerwehr löschen musste.
 
Die Twixlumer hatten unter dem Gewitter besonders zu leiden. Einige Anwohner stellten bei privaten Messungen fest, dass dort teilweise zwischen 48 und 70 Liter Regen auf einen Quadratmeter gefallen waren. In Larrelt wurde ein Wert von 48 Litern ermittelt, beim Flugplatz in Barenburg waren es nach Angaben des Wetterdienstes, wie bereits berichtet, 19 Liter.
 
Warum in den letzten Jahren gerade in Twixlum häufig der Blitz einschlägt, darüber lässt sich nach Angaben der Feuerwehr nur spekulieren. Das Regionale Gutachtenbüro des Deutschen Wetterdienstes bestätigte diese Einschätzung, fügte jedoch hinzu, dass dort aufgrund der freien Flächen rundherum ein etwas erhöhtes Risiko besteht.
 
- Mirja Eggen -


© Emder Zeitung 2002 - Ein Service von www.blitzschutz.com
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