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  [ Kölnische Rundschau ] 11.07.2002

Schäden in Millionenhöhe

Verletzte nach Unwettern

Frankfurt/Main - Eine Unwetterserie hat in der Nacht zu gestern in weiten Teilen Deutschlands schwere Schäden und erhebliche Verkehrsstörungen verursacht. Am stärksten betroffen waren die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern. Nachts erhellten Blitze den Himmel von der Nordseeküste bis zum Alpenrand.
 
In Nordrhein-Westfalen waren die wichtigsten Fernverbindungen der Bahn von Köln in Richtung Frankfurt am Main und vom Ruhrgebiet in Richtung Berlin bis zum frühen Morgen blockiert. Zehntausende Berufs-Pendler mussten auf dem Heimweg stundenlange Verspätungen hinnehmen.
 
Betroffen waren nach Bahn-Angaben insgesamt 155 Züge. 22 davon fielen komplett aus, 28 wurden umgeleitet. Zunächst war die linksrheinische Strecke zwischen Bonn und Bad Godesberg blockiert, später auch die rechtsrheinische bei Troisdorf.
 
In Gelsenkirchen wurden zwei Angler verletzt, als ein Blitz in einen Baum einschlug, unter dem sie Schutz gesucht hatten. Im westfälischen Minden-Lübbecke zerstörten umgestürzte Bäume vier Autos. Mehrere Straßen waren unpassierbar.
 
In den betroffenen Regionen stürzten zahllose Bäume um, Keller standen unter Wasser, Blitze verletzten Menschen und lösten Brände aus.
 
Bis zu zwölf Kilometer hohe Wolkenberge erreichten mit ihren vereisten Gipfeln die untere Stratosphäre. Wegen ihrer hohen senkrechten Windgeschwindigkeiten wirkten sie wie Kraftwerke. Immer wieder entluden sich Gewitter.
 
In München wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum schwer verletzt. Bei der Feuerwehr gingen binnen einer Stunde 170 Notrufe ein, meist wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume. In Neuötting setzte ein Blitz einen Stall in Brand.
 
Rund 100 Menschen wurden im mittelfränkischen Gunzenhausen evakuiert, nachdem eine wegen Bauarbeiten freiliegende Erdgasleitung infolge eines Erdrutsches gebrochen war. Nach Polizeiangaben strömten 8000 Kubikmeter Gas aus.
 
Auch in Norddeutschland richtete das Unwetter Schaden an: Im Raum Bassum und Syke in Nordniedersachsen knickten über 100 Bäume um. Wegen eines umgefallenen Starkstrommasten gab es zeitweilig Stromausfall.
 
Ein weggeflogener Teil eines Dachs blockierte die Bahnstrecke zwischen Bremen und Osnabrück. In Hamburg absolvierte die Feuerwehr wegen des Unwetters über 100 Einsätze.
 
- ap/afp -


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