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Nürnberger Nachrichten ] 11.07.2002
Sturmtiefs "Ziska" und "Anita" sorgten für Chaos
1000 Notrufe in München – Blitz schlug neben Bub in Baum ein – Zahlreiche Bäume entwurzelt – Brand in Schreinerei bei Lichtenau
München – Schwere Unwetter haben Polizei und Feuerwehr in Bayern in Trab gehalten.
Sintflutartige Regenfälle, Hagel und Windböen bis zu Stärke zehn sorgten gestern Nachmittag und in der Nacht zum Mittwoch für Hunderte Einsätze der Hilfskräfte. Das Unwetter sorgte unter anderem im Raum München für Chaos. Auch in Mittelfranken richtete das Unwetter Schäden an. Vier Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, Blitze entzündeten bayernweit mindestens drei Brände. Das nordatlantische Tief „Ziska“ und das Teiltief „Anita“ waren für eine Kaltfront mit Regen, Hagel und orkanartigen Böen verantwortlich.
Ein Schwerpunkt der Unwetter war in der Nacht zu Mittwoch der Raum München. Bei Polizei und Feuerwehr gingen binnen kurzer Zeit rund 1000 Notrufe ein. Die Feuerwehr hatte 320 Einsätze. Umgerissene Bäume blockierten Straßen auch im Stadtgebiet, Straßen wurden überflutet und waren unpassierbar. Keller liefen mit Wasser voll. Eine 42 Jahre alte Autofahrerin aus Unterhaching kam schwer verletzt ins Krankenhaus, als ein Baum umstürzte und ihren Wagen unter sich begrub. Ein Bub wurde leicht verletzt, als neben ihm ein Blitz in einen Baum einschlug.
In Nürnberg sorgte gestern Nachmittag ein kurzes, aber heftiges Gewit ter dafür, dass mehrere Bäume umfielen. In einem Biergarten wurden zwei Gäste von einem Ast getroffen. In Oberfranken wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Im mittelfränkischen Gunzenhausen brach bereits Dienstabend in Folge der Unwetter eine Hauptgasleitung. Starke Regengüsse spülten auf dem Gelände der Stadtwerke einen Erdbrocken frei, der das Rohr durchbrach. Rund 8000 Kubikmeter Gas strömten aus. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Menschen kamen nicht zu Schaden.
Mehrfach entfachten Blitze Feuer. Am größten war der Schaden beim Brand einer Schreinerei nahe dem fränkischen Lichtenau (Landkreis Ansbach). Durch einen Blitzeinschlag brannte das Gebäude komplett aus. Der Schaden beträgt rund 300 000 Euro. In Obermembach nahe Herzogenaurach (Kreis Erlangen-Höchstadt) setzte ein Blitz die Scheune einer Gastwirtschaft in Brand.
In Großschwarzenlohe riss eine Hochspannungsleitung. Einige Teile der Ortschaft waren für einige Zeit ohne Strom. Auf der B 13 zwischen Weißenburg und Eichstätt stürzte ein 13 Meter großer Baum auf die Straße. Zwei Pkw-Fahrer konnten nicht mehr ausweichen, verletzt wurde jedoch keiner. Auf der Autobahn A 9 bei Allersberg war der Regen zeitweise so stark, dass die Autofahrer nur noch fünf Meter weit gucken konnten.
- dpa/ddp/fra -
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