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Peiner Allgemeine Zeitung ] 10.07.2002
Unwetter/ Blitz und Sturm hielten Einsatzkräfte in Atem
"So viele Blitze habe ich lange nicht mehr gesehen." Den Sommer hat sich Jürgen Behrens von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Peine anders vorgestellt. Mit lautem Krachen, Blitzen und heftigen Sturmböen hat sich dieser vorerst verabschiedet und die Helfer von Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten.
Zu 40 Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, rückten die Kräfte gestern Abend aus. Ab 17.30 Uhr standen die Telefone der Leitstelle nicht mehr still: In Stederdorf stürzte ein Baum auf das Dach eines Wohnhauses an der Edemissener Straße. Mit einem Kranwagen hoben die Helfer den Baumriesen, der drohte den Dachstuhl zum Einsturz zu bringen. Rund um Vechelde fielen gleich drei Bäume in Stromleitungen.
Dienstagnacht legte ein Blitzschlag einen Telekom-Verteilerkasten in Telgte lahm. Davon betroffen war auch die Kreissparkasse. „Der Geldautomat hat seinen Dienst aufgegeben, die Sicherheitstür ließ sich nicht öffnen, alle Leitungen waren defekt“, sagte Stefan Honrath, Pressesprecher der Kreissparkasse. Gestern blieb die Bank geschlossen, „heute ist geöffnet, wenn auch in eingeschränktem Umfang“. Auch in anderen Ortschaften des Kreises blieben die Telefone wegen der Blitzeinschläge stundenlang stumm.
Sieben umgekippte Bäume meldeten die Einsatzkräfte in der Nacht zu Mittwoch. In Peine, Edemissen, Blumenhagen, Voigtholz und auf der Bundesstraße B 214 bei Wipshausen waren Feuerwehr und Polizei stundenlang damit beschäftigt, umgestürzte Bäume von der Fahrbahn zu räumen. „Bei der großen Zahl von Blitzen sind wir froh, dass nicht mehr passiert ist“, sagte Behrens.
Um 21.30 Uhr am Dienstag rückte auch Dachdecker Nino Sorrentino zum Einsatz aus. „Im Haus der Peiner Heimstätte, Am Silberkamp, hatte der Blitz in den Schornstein eingeschlagen“, sagte Sorrentino vom Peiner Dachdecker Hermann Weitling. „Der Einschlag hat einige Dachsteine gelöst. Noch in der Nacht haben wir das behoben.“
Die Landwirte konnten aufatmen. „Es ist sehr viel Regen in kurzer Zeit herunter gekommen, über größere Schäden auf den Feldern ist mir aber nichts bekannt“, sagte Christoph Reese, von der Landwirtschaftskammer. Zwischen sechs und 20 Liter Regen pro Quadratmeter seien im Kreis gefallen. „Mit weiteren Unwettern ist in den nächsten Tagen zu rechnen“, sagte Meteorologe Michael Hagen vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg. Auch eine Bauernweisheit stützt das Urteil des Wetter-Wissenschafftlers: „Bei Donner im Julius, viel Regen noch erwarten muss.“
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