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  [ Merkur-Online ] 05.07.2002

18-Jähriger nach Blitzschlag im Koma

Pausengebete für Ferdinand

Grafrath - Der erste Blitz ging in den Boden, der zweite traf Ferdinand A. Der 18-jährige Schüler aus Grafrath liegt im Koma und befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr.
 
Es war ein Blitz aus wolkenverhangenem Himmel. Ferdinand A. stand mit seinen Mitschülern auf dem Sportplatz. Für die K 12 des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums in St. Ottilien stand am Mittwochnachmittag ab 15.30 Uhr der Grundkurs Sport mit Schwerpunkt Fußball auf dem Programm. Der leichte Nieselregen störte die jungen Sportler, die im Halbkreis beisammen standen, nicht. Auf einmal blitzte es zweimal mit lautem Donner. Der erste Blitz ging in den Boden, der zweite traf Ferdinand. Nun liegt der 18-Jährige aus Grafrath im Koma.
 
Der schnellen Hilfe seines Sportlehrers verdankt der Gymnasiast sein Leben. Gotthard R. beatmete seinen Schützling und rettete ihn mit Herzmassagen. Die Schulsanitäter unterstützten ihn, bis der alarmierte Rettungshubschrauber kam, der Ferdinand ins Schwabinger Krankenhaus nach München flog. Die Ärzte haben die Erste Hilfe des erfahrenen Sportlehrers ausdrücklich gelobt, berichtete Schulleiter Georg Heller, der das Medienmanagement übernommen hat, um Eltern und Schüler aus dem Rampenlicht zu halten. Dennoch mache sich der Sportlehrer Vorwürfe. Heller: "Er hat sich nichts vorzuwerfen, aber er macht sich Vorwürfe, weil es seine Gruppe war. Er sagte: Ich hätte nie gedacht, dass ein Blitz einen meiner Buben trifft." Was nach Expertenmeinung generell nicht berechenbar ist.
 
Noch ist der Gesundheitszustand von Ferdinand kritisch, wie Heller mitteilt. Anders als zunächst von der Polizei mitgeteilt, traf der Blitz nicht die Kette des Schülers. Auch die Verbrennungen sind nicht so schwer. Dafür ist die Lunge deutlich beschädigt. "Er schwebt immer noch in Lebensgefahr", sagte Ferdinands Vater Olaf A. Der Zustand des jungen Mannes sei stabil, allerdings könne man laut Heller erst in ein bis zwei Tagen mehr sagen.
 
Der Schuldirektor beschreibt Ferdinand als sportlichen und fröhlichen Menschen. "Deshalb sind auch so viele an unserer Schule so betroffen." Die Mitschüler, von denen drei bei dem Blitzschlag umgerissen und verletzt wurden, stehen unter Schock und werden von Seelsorgern psychologisch betreut. In den Pausen beten sie für Ferdinand, den begeisterten Fußballer, der jetzt auf der Intensivstation liegt. Mit den A-Junioren der SpVgg Wildenroth hatte er vor einer Woche den Meistertitel und damit den Aufstieg in die Kreisklasse geholt. Jetzt beten alle für ihn.


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