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  [ Thüringer Allgemeine ] 21.06.2002

Unwetter verursachen Millionenschäden

Schwere Gewitter, Blitze und taubeneigroße Hagelkörner haben seit Mittwochabend in Deutschland Millionenschäden verursacht und etliche Zugverbindungen lahm gelegt. In Singen (Baden-Württemberg) wurden bei den Hagelschauern vier Menschen verletzt, Fenster- und Autoscheiben zerstört und reihenweise Autos zerbeult. Umgestürzte Bäume behinderten im Raum Freiburg den Verkehr. Zahlreiche voll gelaufene Keller mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden. Ein 21 Jahre alter Mann in Lörrach-Haagen wurde auf seinem Balkon von einem Blitz getroffen und verletzt ins Krankenhaus gebracht. Bei Ravensburg steckte Blitzschlag ein Haus in Brand.
 
Mehreren Weidekühen aus Schweighausen in der Ortenau, die während eines Gewitters Unterschlupf unter einer Tanne gesucht hatten, wurde dies zum Verhängnis. Ein Blitz, der in den Baum einschlug, tötete drei Muttertiere, einen Stier, ein Jungtier sowie ein Kalb.
 
In Nordrhein-Westfalen fuhren rund 300 Züge mit Verspätungen bis zu einer Stunde. In anderen europäischen Ländern wurden ganze Landstriche verwüstet. Allein in Belgien entluden sich 40 000 Blitzschläge.
 
Für gestern Abend gaben die Meteorologen wegen erneut drohender schwerer Gewitter für ganz Deutschland wieder eine Unwetterwarnung aus. Die Sturmböen von Mittwochabend hatten vor allem in Baden-Württemberg unzählige Bäume umgeknickt. In vielen Regionen liefen Keller voll. Bundesstraßen wurden vor allem im Raum Stuttgart überflutet oder von Erdrutschen blockiert, Hagelschlag behinderte den Verkehr auf den Autobahnen am Leonberger Dreieck.
 
Mancherorts fielen rund 30 Liter Regen je Quadratmeter. Blitzschläge lösten Brände und Stromausfälle aus. Ein Feuer in zwei Reithallen auf einem Bauernhof in Eberdingen (Kreis Ludwigsburg) richtete einen Sachschaden von rund 80 000 Euro an. Nach Blitzeinschlägen in die Oberleitungen, in Stellwerke und Bahnübergangs-Anlagen fielen in Nordrhein-Westfalen gestern 20 Züge völlig aus. Die Verspätungen summierten sich auf 5000 Minuten. Betroffen waren besonders der Nahverkehr am Niederrhein, die Region Düsseldorf, das Ruhrgebiet und das Gebiet um Bonn. "Da sind bestimmt 10 000 Pendler zu spät zur Arbeit gekommen", so ein Bahnsprecher. Zwei Ortschaften im Kreis Heinsberg wurden teilweise überschwemmt. Gestern schüttete es erneut wie aus Eimern.
 
Auch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt kam es zu Störungen im Bahnverkehr nach Blitzeinschlägen. In der Region Magdeburg wurden Züge teils stark beeinträchtigt und Straßen und Keller überflutet. Am Vormittag rollte der Fernverkehr aber wieder planmäßig. In Österreich richteten die Unwetter vor allem im Bundesland Vorarlberg schwere Verwüstungen in der Landwirtschaft an. Auf zahlreichen Straßen sorgten die Hagelkörner in Taubeneigröße für Verkehrsbehinderungen. Viele Verbindungen mussten wegen Erdrutschen und umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt werden. Die Feuerwehren waren wegen überfluteter Keller im Großeinsatz.
 
- dpa -


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