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Kölnische Rundschau ] 21.06.2002
Wohnhaus vom Blitz getroffen
Feuer in einem Einfamilienhaus Im Siebenborn
Wipperfürth - Gestern Nachmittag, gegen viertel vor drei: Ein Blitz hat eingeschlagen, am Ende der Straße Im Siebenborn brennt ein rotes Ziegelsteinhaus. Immer wieder schlagen Flammen aus dem Dach - den Feuerwehrleuten, die sich mit Atemschutzgeräten vorkämpfen, schlägt schwarzer und weißer Qualm entgegen.
"Meine zwei Töchter und ich waren im Haus, als das Gewitter niederging - auf einmal kracht es fürchterlich", erzählt die schockierte Besitzerin, die die Löscharbeiten von der anderen Straßenseite aus verfolgt. Sofort seien Flammen aus dem Dach geschlagen, "und es hat fürchterlich gestunken." Nachbarn, die den Brand sehen, alarmieren die Feuerwehr. Die Bewohner können das Haus rechtzeitig verlassen, es gibt keine Verletzten.
Die Feuerwehr Wipperfürth und der Rettungsdienst sind mit rund dreißig Leuten im Einsatz. Über die Drehleiter gelangen die Männer aufs Dach, einer deckt die schwarzen Dachpfannen ab und wirft sie im hohen Bogen aufs Gras, um an den Brandherd zu gelangen. Aber die wärmedämmenden Materialien unterm Dach machen das Vordringen schwierig. Gleichzeitig wird die Rückseite des Daches ständig mit Wasser gekühlt, um ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Auch in einem Kinderzimmer im zweiten Stock des Einfamilienhauses müssen die Wehrleute mit Wasser löschen, nachdem die Flammen sich von Dachboden durch die Holzdecke des Zimmers gefressen haben. "Ein Direkteinschlag" meint Feuerwehreinsatzleiter Siegfried Förster - da sei auch ein Blitzableiter machtlos.
Die BEW ist bald vor Ort und stellt zum Schutz der Löschkräfte Strom und Gas ab. Denn unter dem brennenden Dach des Hauses ist eine Gasheizung installiert. Auf den Straßen stehen die Nachbarn in kleinen Gruppen beieinander, halb erschrocken, halb neugierig diskutieren sie das Geschehen. "Bei uns war nach dem Blitzeinschlag der Strom weg," erzählt eine Anwohnerin, "und das Telefon ist auch tot". Die fünfköpfige Familie wird vorerst wohl bei Verwandten unterkommen, denn das Haus Im Siebenborn ist vorerst nicht bewohnbar.
Eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne. Aber beißender Brandgeruch, der sich sich über die Stadt ausbreitet, und hässliche Löcher im Dach des Hauses verraten, dass die Idylle trügt. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei rund 150.000 Euro.
- Stefan Corssen -
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