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  [ Pipeline ] 21.06.2002

Gewalt der Natur:
Blitzschlag ließ die Oberleitung schmelzen

Düsseldorf - Die U-Bahn- und der Zugverkehr wurden am Donnerstagmorgen vom Gewitter lahm gelegt.
 
Auch wer gerne noch etwas geschlafen hätte, hatte am Donnerstagmorgen keine Schlummer-Chance: Blitz und Donnerhall in Verbindung mit einer laut rauschenden Regenwand rissen viele Düsseldorfer frühzeitig aus der Nachtruhe. Schlimmer traf es diejenigen, die mit den U-Bahnen auf der Krefelder Strecke (U 70, U 74 und U 76) zur Arbeit rollten.
 
Gegen 6.30 Uhr traf ein Blitzschlag die Oberleitung derart energisch, dass der Fahrdraht schmolz. Rheinbahn-Trupps erneuerten ihn zwar, aber für fast vier Stunden fuhr keine U-Bahn. Statt dessen wurden sechs Busse eingesetzt, die jedoch nicht verhindern konnten, dass Tausende zu spät zur Arbeit kamen. Ebenfalls um 6.30 Uhr war der Blitz in die Oberleitung der 708 gefahren, für eine Stunde konnte die Straßenbahn zwischen Bilker Kirche und Hamm nicht verkehren. Ein Ersatzbus beförderte die wartenden Passagiere.
 
Ähnlich schlimm traf es im wahrsten Wortsinne die Bahn AG. Die Blitze knallten in die Oberleitungen und in ein Stellwerk am Hauptbahnhof. Die Folge: Stromausfall. Eine halbe Stunde lang fehlte im Bereich des Bahnhofs der Saft. "Wir haben gleich um sechs Uhr Techniker rausgeschickt, die den Schaden schnell reparieren konnten", berichtete Bahn-Sprecher Manfred Ziegerath. Dennoch hatten die Züge bis in die Mittagszeit im Schnitt zehn bis 15 Minuten Verspätung.
 
Doch auch wer mit dem Auto unterwegs war, hatte gestern wenig Glück. Blitzschlag legte rund zehn Prozent der Düsseldorfer Ampeln lahm. An 50 Kreuzungen herrschte durch die plötzliche Farblosigkeit am Ampelmast Chaos.
 
Die Feuerwehr hatte dagegen wenig zu tun. "Das Gewitter sah schlimmer aus, als es war", resümierte Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels. Ein umgestürzter Baum, ein übergelaufenes Klärbecken in Hubbelrath und vollgelaufene Keller sind die Bilanz. Der größte Einsatz war ein Fehlalarm. Ein Blitzeinschlag sorgte beim Evangelischen Krankenhaus in der Friedrichstadt für eine Spannungsspitze. Die löste die automatische Brandmeldeanlage aus. Die Feuerwehr rückte dadurch mit zahlreichen Einsatzkräften an den Fürstenwall aus.
 
- Peter Littek und Marc Herriger -


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