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WZ - Net ] 18.06.2002
Red Sprites - Riesiges Leuchten über Gewitter gefilmt
Bochum - Während der starken Gewitter in Nordrhein-Westfalen hat der Wetterdienst Meteomedia am Wochenende kilometerhohe Lichtfontänen, so genannte Red Sprites, gefilmt.
In der Nacht zum Samstag seien oberhalb der Gewitter Red Sprites (engl.: rote Kobolde) beobachtet worden, die sich senkrecht in eine Höhe von bis zu 100 Kilometer ausbreiteten. Nach Angaben des Wetterdienstes vom Montag ist es das erste Mal, dass Sprites über Deutschland dokumentiert wurden.
Sprites entstehen im Zusammenhang mit schweren Gewittern. Zeitgleich zu einem starken Wolke-Boden Blitz werden Luftmoleküle über der Gewitterwolke bis hinauf in die untere Ionosphäre zum Leuchten angeregt. Es ist äußerst schwierig, die Sprites vom Erdboden aus zu beobachten, da die Gewitterwolken die Erscheinung verdecken. Nur wenn man sich weit genug vom Gewitter entfernt befindet, kann man bei sternenklarem Himmel die Lichtfontänen als kurzes rötliches Aufleuchten sehen.
Das Leuchten dauert nur einige Millisekunden und tritt lediglich bei besonders heftigen Gewittern auf. Meteomedia gelang es nach eigenen Angaben, einige Dutzend Sprites mit einer speziellen Videokamera zu filmen. Die Kamera befinde sich auf dem 1150 Meter hoch gelegenen «Wetterstudio Alpen» südlich des Bodensees. «Obwohl die Sprites im über 500 Kilometer entfernten Nordrhein-Westfalen auftraten, ragten sie aufgrund ihrer enormen Höhe selbst am Bodensee noch über den Horizont», berichtete Meteomedia in Bochum.
Bisher sei die Erscheinung vorwiegend bei schweren Gewittern in den USA beobachtet worden. Erst seit 1989 wisse man sicher von der Existenz der Sprites. Damals habe die Besatzung einer amerikanischen Raumfähre die Lichter vom Weltraum aus gefilmt. Bislang ist die Ursache für die Lichterscheinung noch nicht vollständig geklärt.
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