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  [ Pyrmonter Nachrichten ] 17.06.2002

Blackout! Tausende verpassen WM-Spiel

Hameln-Pyrmont - Blitz und Donner, Hagel und Wolkenbruch – so kündigte sich Sonnabendmorgen ein schweres Sommer-Gewitter an. Ausgerechnet zu Beginn des Achtelfinal-Spiels Deutschland-Paraguay. In Hameln schüttete es um 8.20 Uhr wie aus Eimern.
 
Folge: Überflutungen. Einsatz für Feuerwehr und Bauhof. Tausende von Fußball-Freunden schauten in Lauenstein und in Teilen von Salzhemmendorf in die schwarze Röhre – Stromausfall um 8.25 Uhr. Und das nur fünf Minuten vor der mit Spannung erwarteten Partie. Wesertal-Reparaturtrupps schwärmten aus, orteten den Kabelfehler in Lauenstein. Zwischen Schützenplatz und Schule waren vier so genannte Mittelspannungsmuffen – sie verbinden Erdkabel miteinander – verschmort. Ein Bagger rückte an. Wesertal leitete den Saft um. Nach 55 Minuten waren die ersten, nach etwas mehr als einer Stunde die letzten Haushalte wieder am Netz. Kleiner Trost: Das einzige Tor der Begegnung (88. Spielminute) bekamen alle Fußballfreunde noch mit.
Ursache des Blackouts: Nach Angaben von Wesertal-Elektromeister Gerald Lange war „ein Blitz in eine Freileitung eingeschlagen“. Dadurch sei es zu einer Überspannung gekommen – und diese habe die Muffen des Erdkabels zerstört.
 
In Hameln brachte das Gewitter die Helfer der Wachbereitschaft und des 1. Zuges der Ortswehr um das Spiel: Zwei Stunden waren sie im Pump- und Hilfseinsatz. „Feuerwehr und Bauhof mussten zwischen 8.21 und 10.15 Uhr zehnmal ausrücken“, meldete Disponent Bernhard Mandla. In Wathosen kämpften sich Feuerwehrleute an der Tunnelstraße zu einem Mercedes vor. Das Auto war in den Fluten abgesoffen. Mit Seilwinde und Rüstwagen wurde es aus dem Wasser gezogen. Am Felsenkellerweg und in der Schmiedestraße liefen Keller voll, an der B 217 und am Hastenbecker Weg drückten die Wassermassen Gullydeckel hoch. Verstopfte Kanäle und verschlammte Straßen (Am Düth, Süntelstraße, Reginastraße, Klütstraße und Holtenser Warte) bescherten Uwe Matzke vom städtischen Notdienst einen arbeitsreichen Vormittag. In Bad Münder wurde die Feuerwehr zur Bahnunterführung gerufen. Der Tunnel war vollgelaufen.
 
- ube -


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