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Aachener Nachrichten ] 25.04.2002
Stromausfall mit kostspieligen Folgen
Wer kommt für die Produktionsausfälle auf?
Aachen - Durch den großflächigen Stromausfall vom Freitag sind Schäden im sechsstelligen Euro-Bereich entstanden. Offen ist, wer diese Ausfälle übernimmt.
Die Ursache des Blackouts ist inzwischen klar: Es handelte sich um einen internen Defekt im Umspannwerk Rothe Erde, einen so genannten Erdschluss in einer Hochspannungsschaltanlage mit 110.000 Volt.
Durch sofortiges Abschalten hält sich der Eigenschaden für die Stawag in Grenzen. Einige 10.000 Euro kostet die Reparatur des Bauteils, das zur Analyse an den Hersteller geschickt wurde. Ob der Defekt im Zusammenhang mit einem Gewitter in der Region stand, muss noch geklärt werden.
Im Prinzip müsste auch ein Blitzschlag von einer solchen Anlage beherrscht werden, erklärt Rudolf Roß von der Stawag. Aber: "Ein gewisses technisches Restrisiko hat man immer." Auch ein Privathaushalt ist schließlich nicht vor einem Kurzschluss gefeit.
3000 Reifen fehlen
Ärger als die Stadtwerke hat der Spannungsabfall einige ihrer Großkunden getroffen. Etwa die Continental AG in unmittelbarer Nachbarschaft. 45 Minuten lang standen alle Maschinen still, 3000 Reifen konnten nicht gefertigt werden, über 200 Pressungen waren nur noch Ausschuss.
Die Produktionsanlagen werden überwiegend elektronisch gesteuert und reagierten entsprechend sensibel, als der Saft ausfiel. 30 Techniker und Ingenieure mussten zu Schichtwechsel-Zeiten Überstunden schieben, um die empfindlichen Maschinen und PC wieder hochzufahren. Pressesprecher Andreas Meurer: "Da kommt einiges zusammen." Genaue Summe könne er aber noch nicht nennen.
Ähnliche Kunde in den daneben liegenden Philips-Werken, den größten Industrie-Betrieben Aachens. Dort können die Schäden noch gar nicht beziffert werden, sie dürften aber immens sei. Mehrere Stunden lang konnte in der Bildröhrenfabrik nicht produziert werden. Der Grund: Glasschmelzanlagen müssen in langwierigen Prozessen aufgeheizt werden.
"Noch nie erlebt"
Auch im Glühlampenwerk tat sich etwa eine Stunde lang gar nichts mehr. Personalleiter Josef Mathews war besonders erstaunt über die unheimliche Stille, die sich über ganze Stadtbezirke senkte: "Das habe ich noch nie an dieser Stelle erlebt."
Wer für die Produktionsausfälle aufkommt, muss noch geklärt werden. Manche Betriebe verfügen über eine entsprechende Versicherung, andere über ausreichende Notstromaggregate.
- Heiner Hautermans -
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