[
MOZ ] 05.02.2002
Seelow - Nachrichten
Blitzschlag beschert Großbrand
Jahnsfelde - Den größten Einsatz der Sturmnacht im Landkreis gab es in Jahnsfelde.
Um 19.14 Uhr hatte am Montagabend ein Blitz den gesamten Trakt der Öko-Agrar GmbH auf dem Gelände des einstigen Gutshofes in Jahnsfelde in Brand gesetzt.
Mehr als 100 Feuerwehrleute aus dem gesamten Umkreis kämpften 14 Stunden gegen die Feuerbrunst.
Der Schaden beläuft sich auf über 100 000 Euro.
Ein greller Feuerstrahl kündigte am Montagabend ein Drama an, dessen ganzes Ausmaß für das Landwirtschaftsunternehmen wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen deutlich wird.
"Der Stall brannte sofort lichterloh, denn im oberen Bereich lagerte ausschließlich Stroh", so Einsatzleiter Wolfgang Haufe.
Der Müncheberger Ortswehrführer ahnte zu Beginn des Einsatzes selbst noch nicht, welche Bewährungsprobe vor den Kameraden stand.
"Wir konnten wegen der Stromleitungen auf der anderen Seite des Gebäudes nur vom Hof aus an den Brandherd", berichtete der Müncheberger.
Die Spuren einer langen Nacht standen ihm und den verbliebenen Einsatzkräften gestern Morgen deutlich im Gesicht geschrieben.
Das brennende Stroh bewirkte eine enorme Rauchentwicklung.
Die Männer konnten nur mit Atmenschutzgeräten agieren.
Die Einsatzteams wechselten im Laufe der Nacht.
Vor Ort waren die Feuerwehren aus Jahnsfelde, Müncheberg, Hermersdorf, Obersdorf, Trebnitz, Waldsieversdorf, Heinersdorf, Seelow und Altfriedland.
Die Feuerwehr Fredersdorf sorgte für Nachschub bei den Sauerstoffsatzflaschen.
250 Flaschen wurden verbraucht.
Die Männer versuchten immer wieder, das Stroh aus dem Gebäude zu holen.
"Ich habe gesehen, wie gefährlich es für die Männer war", so ein sichtlich bestürzter Walter Prochnow.
Der Geschäftsführer der Öko-Agrar GmbH dankte allen, die bei der Brandbekämpfung geholfen hatten.
"Auch von vielen Leuten aus dem Dorf gab es nette Gesten. Sie haben die Leute spontan mit Getränken und Essen versorgt", so Prochnow.
Das bestätigte Amtsbrandmeister Harald Mehls, der bis zum frühen Morgen ebenfalls mit im Einsatz war.
Der Einsatz sei ordnungsgemäß gelaufen, alles habe funktioniert, so Mehls.
Mehr konnten die Kameraden nicht tun.
Für Walter Prochnow und seine neun Mitarbeiter wurde mit dem Brand die Lebensader des kleinen Unternehmens erheblich geschwächt.
Erst im vergangenen Jahr war die Öko-Agrar GmbH in das Gebäude gezogen, hatte hier ihr kleines Büro und den Laden eingerichtet.
"Zum Glück konnte dieser kleine Teil von den Feuerwehren gerettet werden", war Walter Prochnow froh.
Das Büro hat zwar einige Wasserschäden, aber der Laden blieb unversehrt.
Die Tonnen von Stroh und die Kartoffeln im unteren Bereich des Gebäudes sind hingegen nicht mehr zu gebrauchen.
Er hoffe, dass die Versicherung schnell die Schäden erfassen und helfen wird.
Dann werde das Unternehmen diesen dramatischen Einschnitt überstehen.
Gestern Morgen hatten sich – einige waren gar nicht erst schlafen gegangen – schon erste Helfer angeboten.
- (dos/MOZ) -
© MOZ 2002 - Ein Service von www.blitzschutz.com
|