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Tagblatt ] 18.09.2001
Ein blitzgescheiter Computer
Ein Computersystem warnt das Swisscom-Team vor nahenden Gewittern
Blitzschläge könnten die Anlagen der Swisscom auf dem Säntis stören. Ein Blitz-Warnsystem sorgt dafür, dass man rechtzeitig auf die eigene Stromversorgung umsteigen kann.
Auf einem Pult im Kontrollraum der Swisscom auf dem Säntisgipfel steht ein Computer, der die Umrisse der Schweiz und das benachbarte Ausland zeigt. Am Freitagvormittag leuchtete auf dem Bildschirm ein Schwarm von gelben Strichzeichen in der Gegend von Schaffhausen bis nach Süddeutschland hinein.
Präzise Angaben
Jedes einzelne Zeichen zeigt auf 300 Meter genau die Stelle, wo ein Blitzschlag passiert ist. «Das Pluszeichen bedeutet, dass der Blitz von den Wolken auf den Boden geschlagen hat, ein Minus zeigt die umgekehrte Richtung, und ein x bedeutet, dass der Blitz zwischen zwei Wolken gezündet hat», erklärt Erwin Walser, der zurzeit Wetterdienst hat. Er braucht diese Angaben nicht direkt für die Wetterprognose, erhält aber so zuverlässige Angaben über nahende Gewitter. Auf dem Bildschirm ist ein Kreis eingezeichnet mit einem Radius von 12 Kilometern. Sobald ein Blitz dort aufgezeichnet wird, löst der Computer Alarm aus, damit der Diensthabende den Notstromdiesel starten und die Hauptleitung mit 20 000 Volt von der Schwägalp her ausschalten kann, denn die wirkt wie ein erstklassiger Blitzableiter. Dazu aber kann die Anlage genaue Angaben über die Anzahl der Blitze liefern, die von den Empfängerantennen in der Schweiz und den benachbarten Gebieten aufgezeichnet worden sind. Von 23 Uhr am Donnerstag bis 10 Uhr am Freitagmorgen waren es 7808 Blitze, und im Zeitraffer konnte man am Freitagmorgen den Verlauf des Gewitters in der Nacht zuvor abrufen.
- Hans Hürlemann -
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