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Voralberg Online ] 25.07.2001
Fast 280 Tote bei schweren Unwettern
Bei den schweren Unwettern in Pakistan und Indien sind bisher fast 280 Menschen ums Leben gekommen.
Allein in Pakistan starben beim stärksten Monsun der vergangenen hundert Jahre Medienberichten und Polizeiangaben vom Dienstag zufolge bisher fast 200 Menschen. Der Norden des Landes sei über Nacht erneut von sintflutartigen Regenfällen überschwemmt worden.
Laut Wettervorhersage sollte es in den kommenden 24 Stunden in der Region weiter regnen.
Mindestens 70 Menschen wurden allein im Dorf Dadhar im nordwestlichen Grenzbezirk Mansehra getötet, als es durch einen Erdrutsch und eine Springflut am Montag buchstäblich vom Erdboden verschwand. Nach offiziellen indischen Angaben sind bisher 77 Menschen ertrunken, an Stromschlägen gestorben oder vom Blitz getroffen worden. Nach Medienberichten starben acht Menschen an Cholera. Im Osten Indiens sind nach Angaben des Kinderhilfswerkes UNICEF bereits mehr als 60 Menschen an Durchfallerkrankungen gestorben. Mehr als neun Millionen Menschen waren im Bundesstaat Orissa von den Fluten betroffen. Es könnten noch viel mehr ums Leben kommen, da etwa 28.000 Menschen in dem Bundesstaat von der Außenwelt abgeschnitten seien, sagte eine Sprecherin der UN-Organisation am Dienstag in Genf.
In den Ruinen des pakistanischen Dorfes Dadhar suchten Rettungshelfer weiter nach Überlebenden. Bei einem Erdrutsch im Dorf Chagharzai im Nordwesten des Landes kamen mindestens 25 Menschen um. Im Dorf Pin Todder wurden sechs Menschen unter einem einstürzenden Haus begraben. In der Hauptstadt Islamabad und in Rawalpindi starben mindestens 14 Menschen durch sintflutartige Regenfälle. In einigen Gebieten stand das Wasser noch immer bis zu drei Metern hoch. Mit Booten versuchten die Behörden Menschen zu retten, die auf den Dächern ihrer überschwemmten Häuser Schutz suchten. Durch das Unwetter wurden vielerorts Telefonleitungen gekappt und der Verkehr lahmgelegt, was die Rettungsarbeiten erschwerte.
Trotz der Evakuierung von 500.000 Menschen aus den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten Indiens blieben Hunderttausende Opfer von der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten abgeschnitten. Insgesamt litten 1.500 Menschen an Durchfallerkrankungen. Bisher seien zudem 20 Fälle von Hepatitis aufgetreten. Auf Grund der schlechten medizinischen Versorgung und des Mangels an Trinkwasser bestehe das Risiko, dass sich die Durchfallerkrankungen zu einer Epidemie ausweiten.
In einigen Bezirken wurden offene Küchen für die Opfer eingerichtet. UNICEF will nach eigenen Angaben Trinkwasseraufbereitungsanlagen und Medizin in die von 70.000 Dollar (80.000 Euro), 250 Tonnen Desinfektionsmittel für Wassertanks sowie fünf Millionen Tabletten zur Wasseraufbereitung bereitgestellt. Auch seien Zelte und andere Unterkünfte in die Region gebracht worden.
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