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  [ Spiegel Online ] 15.06.2001

Asthma - Warum Gewitter den Atem rauben

Wenn ein Unwetter aufzieht, leiden ungewöhnlich viele Menschen an Asthma-Anfällen. Eine neue Studie erklärt die gefährliche Nebenwirkung des Naturschauspiels.
 
Für Asthmakranke kündigen Blitz und Donner häufig auch Atembeschwerden an. Warum das so ist, wollen nun australische Wissenschaftler herausgefunden haben. Obwohl das Phänomen seit längerem bekannt sei, habe es bislang erstaunlich wenig Studien darüber gegeben, sagte der Lungenarzt Guy Marks von der University of Sydney zur Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Science".
 
Marks und seine Kollegen hatten den Zusammenhang zwischen Wetter und Asthma-Fällen in sechs Städten Südost-Australiens untersucht. Dabei griffen die Forscher auf Aufzeichnungen der Krankenhäuser von 1995 bis 1998 sowie auf meteorologische Daten aus demselben Zeitraum zurück. Für Tage, an denen besonders viele Menschen an Anfällen litten, suchte das Team nach Hinweisen auf Gewitterböen, bei denen partikelreiche kalte Luft nach unten strömt.
 
Diese Wetterbedingungen herrschten an jedem dritten Tag mit auffällig vielen Asthma-Fällen, ergab die Auswertung. Dagegen wurden solche Luftumlagerungen nur an drei von hundert Tagen ohne eine besondere Häufung von Atemwegsproblemen gemeldet, berichten die Wissenschaftler in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift "Thorax".
 
Wenn ein Gewitter über Roggenfelder zieht, erklärt Marks, werden Pollen zunächst in großer Menge nach oben gewirbelt. Die nach unten gerichteten Böen drücken ihre Allergie auslösende Fracht dann wieder zum Boden. Außerdem, so der Forscher, bricht der Gewitterregen die Pollenkörner auf, so dass Körnchen mit einer "zum Einatmen perfekten Größe" entstehen.


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