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Berliner Morgenpost ] 14.09.2000
Blitz legt Frankfurt (O.) lahm
Strom fiel in ganzer Stadt 40 Minuten lang aus
Frankfurt (O.) - Ein Gewitter über Brandenburg hat gestern erhebliche Schäden angerichtet. In ganz
Frankfurt (O.) gingen vormittags bei bedrohlich dunklem Himmel die Lichter aus. Straßenbahnen blieben stehen,
Banken mussten vorübergehend schließen.
Durch einen Kurzschluss waren alle 40 000 Haushalte knapp 40 Minuten lang ohne Strom.
Vermutlich durch Blitzschlag brannte in der Stadt Teltow (Potsdam-Mittelmark) eine Dachgeschosswohnung. Der
Polizei zufolge beschädigten die Flammen den Dachstuhl sowie Möbel.
In Frankfurt (O.) war es nach Angaben von Stadtwerke-Chef Hans Tobler ein Blitz, der in das
Stromnetz des regionalen Energieversorgers e.dis zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt eingeschlagen
hat. Der Schaden geht Tobler zufolge in siebenstellige Höhe.
«Wir hatten eigentlich noch Glück, weil sich die Gewitter nicht direkt über der City entluden. Sonst hätte
es hier noch mehr Einschläge gegeben», meinte Frankfurts Wetterexperte Hans-Joachim Knußmann. Am
südlichen Stadtrand hingegen ergossen sich seinen Angaben nach zehn bis 20 Liter Regen auf einen
Quadratmeter. Pro Minute zuckten gleich mehrere Blitze. Knußmann selbst war in seiner Arbeit aufgrund eines
privaten Notstromaggregats nicht behindert.
Über eine Notversorgung verfügt nach Angaben des Stadtwerkechefs auch das Frankfurter Klinikum. Auch
das Institut für Halbleiterphysik habe eine eigene Stromversorgung. Normalerweise seien die
Auswirkungen eines Kurzschlusses nicht so gravierend. «Unser städtisches Kraftwerk hat rund 20 Unterstationen.
Beim Blitzschlag sind dann nur einzelne Stadtteile vom Stromausfall betroffen», erklärte er.
In der Vergangenheit hätten vor allem Vögel und Marder Kurzschlüsse ausgelöst. Bis Ende September laufen laut
Tobler an den städtischen Kraftwerks-Anlagen turnusmäßige Wartungsarbeiten, so dass Frankfurt den
Strom zu 100 Prozent von der e.dis beziehe. «Und da dauert es natürlich eine gewisse Zeit, bis alle Netze
wieder in Betrieb sind», so Tobler, dessen Angaben nach keine Schäden an technischen Anlagen entstanden waren.
- jb -
© Berliner Morgenpost 2000 - Ein Service von www.blitzschutz.com
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