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Frankfurter Neue Presse ] 14.09.2000
Bei Blitz und Donner muss der Stecker aus der Dose
Hochtaunus. Ein heftiges Gewitter riss gestern in den frühen Morgenstunden viele Taunusbürger aus ihren Träumen. Erst einmal wach, war oft an Schlaf nicht mehr zu denken: Zahlreiche Blitze
erleuchteten die Schlafzimmer taghell und bereiteten zusammen mit ohrenbetäubendem Donner der Nachtruhe ein jähes Ende.
"Das Gewitter kam aus der Pfalz in das Rhein-Main-Gebiet und zog anschließend in Richtung Rhönwieder ab", erklärt Norbert Bonanati, Meteorologe beim Wetteramt in Offenbach. Ursache sei eine
Kaltfront gewesen, die mit den warmen, feuchten Luftmassen der vergangenen Tage zusammengetroffen war.
Das Gewitter habe große Niederschlagsmengen freigesetzt. "Am Feldberg wurden zwischen fünf und sechs Uhr rund 20 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen", so der Meteorologe. Außerdem seien
innerhalb einer Stunde mehr als 1000 Blitze im Rhein-Main-Gebiet registriert worden. Im nördlichen Teil Oberursels fiel als Folge des Gewitters am frühen Morgen sogar die Stromversorgung aus.
Unsicherheit herrscht bei vielen Bürgern über mögliche Gefahren und Folgen von Blitzeinschlägen. Das Herausziehen von Steckern bei Elektrogeräten halten viele heute für unnötig, wenn sie einen
Blitzableiter auf dem Dach haben. Dies ist jedoch eine falsche Annahme, die teure Folgen haben kann, wenn Fernseher oder Computer auf Grund übermäßiger Spannungszufuhr den Geist aufgeben.
Karl-Heinz Weiler, Obermeister der Elektroinnung für den Hochtaunuskreis, erklärt: "Die übermäßige Spannung kann auch von Leitungen außerhalb des Hauses kommen". Daher: "Bei Gewitter Stecker
herausziehen und dabei auch Schwachstrom-Anschlüsse wie die von Telefonanlage und Antennenverteiler nicht vergessen."
Als Alternative empfiehlt Elektrofachmann Weiler die Anschaffung eines so genannten Überspannungsableiters. Dieser wird in die Zähler- und die Verteileranlage eingebaut und absorbiert
übermäßige Netzspannung. "Diese Schutzmaßnahme wird in der Industrie bereits seit einiger Zeit genutzt und setzt sich auch in Privathaushalten immer mehr durch", so Weiler. Rund 1500 Mark kostet
der Einbau der Überspannungsableiter, die dann alle im Haushalt vorhandenen Elektrogeräte schützen. Dann brauche sich auch niemand mehr mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, um
sämtliche Netzstecker im Haus zu ziehen.
- Ulrike Treutler -
© Frankfurter Neue Presse 2000 - Ein Service von www.blitzschutz.com
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