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Nürnberger Nachrichten ] 01.08.2000
Wetterchaos in Hockenheim
Fans durch Kriechströme verletzt
Heftige Wolkenbrüche, nicht minder schwere Gewitter und 13 Verletzte – der Große Preis von
Deutschland der Formel 1 versank in den ersten beiden Tagen im Wetterchaos. „Das war schon sehr extrem“, fand Ralf
Schumacher. Und Christian Geistdörfer, einst Beifahrer des zweimaligen Weltmeisters Walter Röhrl und heute im
Sport-Consulting unterwegs, brachte auf den Punkt, was viele Besucher dachten: „Ich komme jetzt schon jahrlange hierher, aber
so schlimm war es noch nie.“
Tatsächlich standen nicht nur die Boxen, sondern auch große Teile des 6,823 Kilometer langen Kurses in Eifel nach den kurz
hintereinander niederprasselnden Wolkenbrüchen unter Wasser. Während die vielen Tausend Camper rund um die Strecke ihre
Zelte bis zu 20 Zentimeter im kühlen Nass verschwinden sahen, saßen 30 000 weitere Motorsportanhänger fest, die nach dem
Training wieder nach Hause fahren wollten. Die Tunnels, die man zwangsläufig passieren muss, um die Strecke zu verlassen,
waren überflutet. Zu allem Überfluss wurden 13 Fans durch sogenannten Kriechstrom verletzt, der sich ausgebreitet hatte,
nachdem ein Blitz eingeschlagen hatte. Einige Motorsportanhänger mussten sogar ins Krankenhaus gebracht
werden, wo die Ärzte leichte bis mittlere Verbrennungen diagnostizierten.
Unter den Witterungseinflüssen litt natürlich auch der Sport. Auf eine lange Geduldsprobe wurde so die Formel 3000 gestellt, die
zweieinhalb Stunden warten musste, ehe sie ihr wichtiges Zeittraining durchziehen konnte. Und auch die Formel-1-Stars
blieben nicht verschont. Sie hatten am Samstag kaum mit dem Qualifkationstraining begonnen, als es erneut heftig zu regnen
begann. So blieb der Brite David Coulthard im McLaren-Mercedes, dem es noch gelungen war, vor dem
Regenguss auf halbwegs trockener Fahrbahn die schnellste Runde hinzulegen, bis zum Ende an der Spitze. Michael
Schumacher hatte hier noch Glück. Weil es zum Schluss wieder abtrocknete, konnte er sich in buchstäblich letzter Sekunde noch
vom vierten auf den zweiten Rang verbessern.
- Eig. Ber./wei -
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