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Kölner Stadt-Anzeiger ] 01.08.2000
Gewittergefahren - Ein Sommer mit Blitz und Donner
Meteorologin: Alte Regel, Abstand halten
Für Leib und Leben stellen Gewitter immer wieder eine Gefahr dar. Auch wenn "die Chance, direkt von einem Blitz getroffen zu werden, etwa so groß ist wie auf einen Sechser im
Lotto". Dies sagt Claudia Glase, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen.
Sie beschäftigt sich berufsbedingt seit Jahren mit dem Phänomen elektrischer Entladungen am Himmel. Bei Fällen wie
dem des jungen Fußballtrainers Timor I. in Deutz, dessen Gesundheitszustand weiterhin unverändert bedenklich ist, zeigt
sich jedoch, dass immer wieder auch Menschen von Blitzen verletzt werden.
Meteorologin Glase spielt die Gefahr deshalb auch nicht herunter, bemerkt jedoch, dass die meisten Opfer nicht direkt
getroffen werden: "Oft schlagen die Blitze in erhöhte Gegenstände wie Antennenmasten ein. Trotzdem können
Menschen auch verletzt werden, wenn sie diesen Gegenstand gar nicht berühren.
Es reicht, wenn sie nicht genug Abstand halten." Auch bei Timur I. war der Blitz laut Augenzeugen erst in einen
Flutlichtmast eingeschlagen und hatte sich dann auf den Kopf des 22-Jährigen übertragen.
Alte Volksweisheiten bieten ebenfalls keinen optimalen Schutz vor der Einschlags-Gefahr: "Bäume sollte man generell meiden,
wenn sie einzeln stehen. Egal, ob Eichen oder Buchen." Die Kronen der grünen Riesen sind bei Gewittern besonders oft Ziel
der elektrischen Entladungen, deshalb sei ein Sicherheits-Abstand von 30 bis 50 Metern ratsam.
Auf freier Fläche sei es wichtig, sich möglichst klein zu machen, um keine "Angriffsfläche" zu bieten. Eine Häufung von
Blitzeinschlägen aufgrund einer Erwärmung der Atmosphäre haben die Experten vom DWD bislang nicht erkennen können.
Es sei normal, dass die Zahl der Gewitter im Sommer steigt - und damit auch die Zahl der Blitze.
- Brian Schneider -
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