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Spiegel Online ] 29.07.2000
Blitzschlag auf Campingplatz
Formel 1 - Großer Preis von Deutschland
Ausnahmezustand in Hockenheim. Nach mehreren Unwettern waren große Teile der Rennstrecke und der anliegenden Gebiete
überschwemmt. Bei einem Blitzschlag auf einem Zeltplatz wurden 13 Formel-1-Fans durch Kriechströme verletzt.
13 Formel-1-Fans sind am Freitagabend bei Unwettern in Hockenheim durch einen Blitzschlag verletzt worden. Die
Besucher, die sich vor dem Hockenheimring auf einem Campingplatz aufhielten, mussten mit leichten und mittelschweren
Verbrennungen in Krankenhäuser in Schwetzingen, Speyer und Mannheim eingeliefert werden. Nach Auskunft der
Polizei und des Roten Kreuzes befindet sich aber niemand in Lebensgefahr.
"Es gab mehrere große Unwetter, dadurch waren die Böden nass und teilweise überschwemmt. Offensichtlich ist es dann durch einen Blitzeinschlag zu
extremen Kriechströmen gekommen", beschrieb Jochen Rüger von der Pressestelle der Polizei den Unfallhergang. Insgesamt sind beim Großen
Preis von Deutschland rund 20.000 Fans auf Campingplätzen rund um die Rennstrecke abgestiegen.
Mehrere sintflutartige Gewitterschauer hatten am Freitag das Geschehen in Hockenheim fast komplett lahmgelegt. Die Boxengasse und die Strecke
standen unter Wasser, das Training der Formel 3000 fand mit zweieinhalbstündiger Verspätung statt. "Solche Wassermassen habe ich auf
einer Rennstrecke noch nie erlebt", erklärte Dr. Helmut Marko, Teamchef des Red-Bull-Junior-Teams aus der Formel 3000, der 1971 und 1972 neun
Formel-1-Rennen fuhr und seitdem im Motorsport tätig ist: "Teilweise stand das Wasser in der Boxengasse 25 Zentimeter hoch. Uns ist ein Reifen samt
Felge weggeschwommen." Eine Pressekonferenz fiel wegen des zu großen Lärms, den die Wolkenbrüche verursachten, aus, Fahrerlager und
Pressezentrum im Innenraum des Motodroms waren mehrere Stunden abgeschnitten, weil die Unterführungen überflutet waren. Die Feuerwehr
war mit 25 Löschfahrzeugen und mehr als 120 Feuerwehrleuten fast die ganze Nacht im Einsatz, die Hockenheimer Brandbekämpfer erhielten
Verstärkung aus der gesamten Region.
Nach Auskunft eines Feuerwehrsprechers war die Situation an der Rennstrecke und im Stadtgebiet Hockenheim gegen 22 Uhr unter Kontrolle.
Danach wurden noch mehrere Stunden die Camping- und Parkplätze von den Wassermassen befreit.
Die Verkehrsleitung der Besucher war dann auch am Samstagmorgen nach Auskunft von Polizeisprecher Rüger das größte Problem. Weil einige Wiesen
noch nicht wieder benutzbar waren, leitete die Polizei die Fans auf Behelfsparkplätze im Wald rund um die Strecke.
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