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  [ VDI - nachrichten ] 14.07.2000

Blitze bergen Gefahren für Mensch und Tier (1/3)

Blitzschlag: Elektrische Entladungen werden unterschätzt - Schutzmaßnahmen sind geboten

Eine Viertel Million Blitze richten jedes Jahr immense Schäden an. Doch die Folgen der Einschläge werden noch immer unterschätzt, nur wenige Gerätebesitzer oder Häuslebauer schützen sich ausreichend.
 
Manchmal fährt er aus heiterem Himmel, ein anderes Mal sind die Blitze schon Minuten lang sichtbar, bevor sie in der Nähe einschlagen. Wenn sich ein Blitz mit halber Lichtgeschwindigkeit zwischen den Wolken und dem Erdboden aufbaut, werden in wenigen Millionstel Sekunden einige Millionen kW Leistung frei. Ströme von über 200 000 A erhitzen dann die Luft "blitzartig" auf 20 000 °C.
 
Über Deutschland werden jedes Jahr mehr als 750 000 Blitze gezählt. Den Süden treffen etwa zwei Drittel der Blitze. Doch auch im Norden richten die elektrischen Entladungen zwischen Wolken und Erdboden großen Schaden an. Vergangene Woche legten Gewitter Hunderte von Telefonen in der Eifel lahm und versetzten die Telekom-Techniker in Alarmzustand -nur ein Beispiel von vielen in den letzten Wochen. Häufig entstand der Schaden bei Faxgeräten und anderen Telekommunikationsgeräten, die über die 230 V-Steckdose mit Spannung versorgt werden.
 
Von Blitzen verursachte Überspannungen lösten auch Fehlalarme bei Brandmeldeanlagen aus und setzten Sirenen in Gang. Wer im Internet nach Informationen über Blitzeinschläge sucht, findet Berichte über Zerstörungen von UKW-Sendeanlagen, gestörte Parkleitsysteme und beschädigte Rotorblätter bei Windenergieanlagen. Vor allem elektronische Geräte, die hoch empfindlich auf Spannungsschwankungen reagieren, sind gefährdet. Analoge Telefone werden leichter das Opfer solcher Impulse als ISDN-Geräte, die durch den Netzabschluss im Haus (NTBA) recht gut geschützt sind.
 
Nicht immer werden die Schäden sofort akut. Leichte Überspannungen von 20 Volt verkürzen die Lebensdauer von elektronischen Geräten, ohne dass der Grund für den Besitzer erkennbar wird. Vorsorge tut Not, wird aber oft vernachlässigt. Der Verband VDE in Frankfurt/M. glaubt, dass die Erbauer von Einfamilienhäusern häufig beim Blitzschutz sparen. "Dabei betragen die Kosten für den Rundumschutz gerade mal 3500 DM", betont Peter Hasse, Blitzschutzspezialist beim VDE. Die Nachrüstung sei 20 bis 30 % teurer. Auch Mieter könnten sich mit einem 300 DM teuren Schutzgerät beim Stromzähler gegen Störungen des Wohnungsstromkreises schützen. Rund 100 DM teure Zusatzgeräte für die Steckdose würden sehr empfindliche Geräte wie PC und Fernseher absichern.
 
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